Aufsatz 
Beitrag zur Würdigung des Atheniensers Kleon
Entstehung
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C. Schulchronil.

Das Sommerſemeſter begann am 15. April und ſchloß am 21. September. Das Winter⸗ ſemeſter wurde am 7. October 1872 eröffnet und wird am 9. April 1873 geſchloſſen werden. Der Unterricht hatte im Ganzen ſeinen regelmäßigen Fortgang, da einzelne Behinderungsfälle verſchiedener Lehrer durch die Collegen gern übernommen wurden. Länger behindert waren Herr Dr. Rein(von Oſtern bis zum Ende der Sommerferien 1872) durch eine wiſſenſchaftliche Reiſe nach Spanien und Afrika und Herr Dr. Nabert durch Krankheit. Für Herrn Dr. Rein über⸗ nahm Herr Dr. Deſſau bis zum 1. Juli den naturwiſſenſchaftlichen Unterricht in der Handels⸗ ſchule. Am 7. Juni 1872 machten ſämmtliche Klaſſen aller drei Schulen unter Führung ihrer resp. Ordinarien den herkömmlichen Frühlingsſpaziergang, resp. Ausflug nach verſchiedenen Orten unſerer ſchönen, nahen und ferneren Umgegend. Am 22. März 1873 wurde der Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs durch Geſang und Rede⸗Actus feſtlich begangen. Die Feſt⸗ rede hielt Herr Turnlehrer Schultz von der Wöhlerſchule: Ueber den Turnunterricht, worauf der Direktor noch in kurzer Anſprache auf die Bedeutung des Tages hinwies. Die Abiturienten⸗ prüfungen wurden in der Handelsſchule am 11. und 12. September 1872 und am 27. und 28. März 1873, in der höheren Gewerbeſchule am 13. September 1872 durch Herrn Provincial⸗ Schulrath Dr. Rumpel abgenommen. Ueber das Ergebniß wurde in der Schulſtatiſtik berichtet.

In dem Lehrerperſonale der vereinigten Anſtalten traten im verfloſſenen Schuljahre zahl⸗ reiche und eingreifende, zum Theil durch die fortſchreitende Organiſation bedingte, zum Theil auch zufällige Aenderungen ein.

Die höhere Gewerbeſchule erhielt für den im vorjährigen Programm erwähnten Ab⸗ gang des Herrn Director Dr. Poppe Erſatz in der Perſon des Herrn Profeſſors Dr. Schindler.

Ernſt Schindler, evangeliſcher Confeſſion, wurde am 25. Februar 1835 zu Königsberg in der Neumark geboren, beſtand auf dem Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt 1855 die Abiturienten⸗ prüfung, ſtudirte Mathematik und Naturwiſſenſchaften in Berlin und Königsberg in Pr., erwarb ſich Oſtern 1860 die Doctorwürde und die unbedingte facultas docendi für ſeine Fächer bei der wiſſenſchaftlichen Prüfungscommiſſion in Königsberg, wirkte als Gymnaſiallehrer in Tilſit, Elbing und Brandenburg a. d. Havel(hier und in Elbing als erſter Mathematiker) und trat zu Oſtern 1872 als ordentlicher Lehrer in den Dienſt der Polytechniſchen Geſellſchaft. Er übernahm, wie die Unterrichtsberichte näher ausführen, den phyſikaliſchen Unterricht in der Gewerbeſchule und den mathematiſchen in der Wöhlerſchule.

Andere neue Anſtellungen wurden durch die Erweiterung der Handelsſchule und der Wöhlerſchule bedingt. Da nach der Schüleraufnahme eine Theilung der Unterklaſſe der erſteren Anſtalt ſich als nothwendig herausſtellte(cf. die Nachrichten über die Lehrverfaſſung) ſo übernahm Herr Dr. Werner von hier freundlichſt eine Anzahl Lehrſtunden, während die übrigen unter die ältern Lehrer der Anſtalt, die Herren Schlimbach, Knies I., Orthe und Müller vertheilt wur⸗ den. Im Herbſt verließ uns Herr Orthe, um einem Rufe an das kaiſerliche Lyceum zu Schlett⸗ ſtatt, in ſeine Heimath, zu folgen. Wir ſahen dieſen treuen, tüchtigen und liebenswürdigen Mit⸗ arbeiter ungern von uns ſcheiden. Der Verſuch, ihn im Herbſt durch einen Namensvetter, den Lehrer Herrn Orth aus Lüttich zu erſetzen, ſcheiterte an dem Umſtande, daß dieſer auf ſofortiger