Aufsatz 
Beitrag zur Würdigung des Atheniensers Kleon
Entstehung
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dieſen dazu benutzt, dieſelbe durch Erregung von Zorn und Furcht zu einem grauſamen Beſchluß zu überreden, die mit unbeugſamer Feſtigkeit gegen halbe Maßregeln ankämpft. Berückſichtigen wir aber die mytilenäiſche Angelegenheit nach politiſchem Geſichtspunkte, ſo müſſen wir erklären, daß der Demagog kurzſichtig geweſen, indem er auf die Beſtrafung des Demos drang; denn dieſer zeigte ſich überall Athen treu, nur gezwungen nimmt er an Abfall Theil, er iſt der eigent⸗ liche Halt der atheniſchen Bundesmacht. Auch der Demos in Mytilene hatte ſofort, ſobald er Waffen in der Hand hatte, ſich gegen die oligarchiſche Regierung gekehrt und dadurch die Ueber⸗ gabe der Stadt bewirkt. In dieſem Punkte hat unbedenklich Diodot Recht, wenn er die Beſtra⸗ fung des Demos für einen Fehler hält, wenn er meint, daß dadurch dieſer überhaupt Athen entfremdet werde und die Zerbröckelung der Symmachie zu befürchten ſei.

Zum zweiten Mal führt uns Thukydides Kleon bei den Ereigniſſen von Pylos vor.

Der muthige und unternehmende Feldherr Demoſthenes hatte ſich 425 des feſten und leicht zu vertheidigenden Hafens von Pylos an der meſſeniſchen Küſte bemächtigt, von wo aus mit Hülfe der ſtets zum Aufſtand geneigten Meſſenier den Spartanern durch inneren Krieg am meiſten geſchadet werden konnte. Er wollte, wie Niebuhr ſagt, den Spartanern am eigenen Leibe ein Zugpflaſter auflegen. Von Sparta ſetzte man, da man die große Gefahr wohl erkannte, 420 Schwer⸗ bewaffnete nach der quer vor dem Hafen liegenden Inſel Sphakteria über, aber eine atheniſche Flotte kam dem Demoſthenes zu Hülfe, und jene 420, die zum großen Theil alten, vornehmen Geſchlechtern angehörten, wurden eingeſchloſſen und belagert gehalten. Deshalb beſchloſſen die Spartaner, nachdem ein Waffenſtillſtand unter der Bedingung, daß die Eingeſchloſſenen verpflegt, und den Athenern die dort befindlichen ſpartaniſchen Schiffe ausgeliefert würden, abgeſchloſſen war, Geſandte nach Athen zu ſchicken, um über Frieden zu unterhandeln. Dieſe machen in der Verſammlung der Athener den Vorſchlag, gegen Rückgabe der auf der Inſel Gefangenen einen Frieden abzuſchließen. Bei den Athenern erregte dieſer unerwartete Glücksfall, das Erſcheinen der Spartaner, die dringend um Frieden baten, ungemeines Aufſehen und Erhebung, und ſie ſtrebten deshalb nach mehr, da ſie glaubten, ſie hätten die Inſel mit den Männern ſchon in Beſitz und könnten zu jeder Zeit Frieden machen.Vorzüglich aber reizte ſie Kleon, der Sohn des Kleainetos, der damals Führer des Volkes war und den größten Einfluß auf die Menge hatte ¹) und rieth ihnen zu verlangen, die Spartaner auf Sphakteria ſollten ihre Waffen und ſich ſelbſt überliefern, nach Athen geſchafft werden, und Sparta ſollte Athen die Orte Niſäa, Pegä, Trözen und Achaia, welche im dreißigjährigen Waffenſtillſtand von den Athenern abge⸗ treten waren, zurückgeben, dann wollte man mit Sparta auf Rückgabe der Gefangenen hin einen beliebig langen Vertrag ſchließen. Die Geſandten wieſen dieſen Vertrag nicht unbedingt zurück, ſondern verlangten, daß man beſtimmte Leute auswähle, die mit ihnen zuſammen die Punkte in Ruhe feſtſetzen ſollten, wozu man einander bereden könnte.Kleon aber widerſetzte ſich da ſehr, indem er ſagte, daß er auch vorher ſchon erkannt hätte, daß ſie nichts Gerechtes im Sinne hätten, jetzt aber ſei es ihm zweifellos, da ſie der Menge nichts ſagen, ſondern mit we⸗ nigen Männern ſich berathen wollten; wenn ſie etwas Heilſames vorhätten, fordere er ſie auf,

¹) Thuk. IV, 21. HlAlιαα d a⁴τος ufe K§ Kexεννετον, dvg SM. nar SxeOν 10 Xeoν νά Seινεαηναᷣτισαστοs.