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Am ersten Januar wurde seine irdische Hülle zur letzten Ruhestätte geleitet. Auch von auswärts waren trotz der Kürze der Zeit, zum Teil aus weiter Ferne, in Vertretung zahlreicher jüdischer Gemeinden Rabbiner und Vorsteher, sowie viele ehemalige Schüler ge- kommen. Sein Leichenbegängnis gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung der durch keinen Unterschied des religiösen Standpunktes beschränkten Hochachtung und Verehrung und bewahrheitete in ebenso spontaner wie eben deshalb ergreifender Weise, dass der Verewigte sich nicht getäuscht hatte in dem, was er einst vor 36 Jahren am Schlusse der oben mit- geteilten Darlegung aussprach.— Bei dem Leichenbegängnisse, an welchem selbstverständlich unsere Schule und ebenso die Volksschule unter Führung ihrer Lehrkollegien teilnahm, schritten dem Sarge voran einige und zwanzig Schüler, die grösseren Werke des Verewigten tragend, in sinniger Hindeutung auf das Prophetenwort:„Deine treue Pflichtleistung geht vor Dir her, die Herrlichkeit Gottes nimmt Dich auf.“
Es ist hier nicht der Ort, auf die zahlreichen beredten und ergreifenden Darbringungen der Huldigung und Verehrung näher einzugehen, die sodann auf dem Friedhofe, oder wie wir ihn so schön jüdisch bezeichnen, in dem„Hause der Lebendigen“, dem Verewigten dar- gebracht wurden. Hier in der Chronik der Schule haben wir nur zu verzeichnen, dass, nach- dem der Unterzeichnete im Namen der Gemeinde dem heimgegangenen Haupte den Dank und die Liebe und Verehrung ausgesprochen, Herr Roos, als derzeitiger Vorsitzender, im Namen der Verwaltung an der Bahre das Gelöbnis aussprach, die Gemeinde und ihre Institutionen treu im Sinne des grossen Heimgegangenen weiter zu führen, und Herr Dr. Sulzbach sodann im Namen der Schule demjenigen Worte verlieh, was der Heimgegangene ihr gewesen, wie er sie gegründet und geleitet, für sie gearbeitet und gesorgt.
Er ist eingegangen zum ewigen Lichte, zum ewigen Frieden— sein Verdienst walte schirmend über uns!— Die an seiner Bahre gesprochenen Worte sind verhallt— die That
ist's, die sie zur Wahrheit machen muss. So lange die Schule sich selbst treu pleibt, wird sie gedeihen. Sie wird aber so lange sich treu pleiben, als sie in ernster Berufsarbeit redlich bestrebt ist, den Sinn zu pflegen und den Geist zu pflanzen, den ihr heimgegangener unsterb- licher Gründer ihr eingehaucht. In diesem Sinne wird es dann buchstäblichst sich bewahr- heiten, dass 25 p's er, das Gedächtnis des Gerechten sich in Segen verwirkliche.
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Das Schuljahr begann Montag, den 9. April 1888 und schliesst am 10. April 1889. Die Sommerferien dauerten vom 1. bis 30. Juli.
Am 18. Juni, dem Tage der Beisetzung des Kaisers, wurde die Schule um 9 Uhr geschlossen.
Das Sommersemester schloss am 13. September und das Wintersemester begann am 1. Oktober. Wegen grosser Hitze wurde der Unterricht an 3 Nachmittagen ausgesetzt, ein Nachmittag zum Eislauf freigegeben.
Am 12. Juni wurde das Maifest in herkömmlicher Weise durch Ausflüge in den Taunus, Rheingau, Odenwald und die Bergstrasse gefeiert, die Kleinen gingen in den Stadtwald.
Der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. wurde am Freitag den 25. Januar durch einen feierlichen Schulaktus festlich begangen. In der Fest- rede sprach der Unterzeichnete unter Zugrundelegung des 72. Psalms, zunächst anknüpfend


