Aufsatz 
Der Theodolit, seine Einrichtung und praktische Anwendung auf wissenschaftlicher Grundlage dargestellt
Entstehung
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37 II. Chronik des Gymnaſiums.

Aus der Chronik des Gymnaſiums iſt diesmal vor allen Dingen über das ſchöne und erhebende Feſt zu berichten, welches aus Anlaß der Feier des fünf und zwanzigſten Jahres⸗ tages des Regierungsantrittes Seiner Hoheit des Herzogs Adolph, wie im ganzen Lande Naſſau, ſo auch in unſerer Stadt begangen worden iſt. Das für jenen Zweck hier gebildete Feſtcomité hatte beſtimmt, daß die von Seiten der verſchiedenen Körperſchaften der Stadt in Ausſicht genommenen Feſtlichkeiten verbunden werden und weſentlich auch die Richtung erhalten ſollten, daß dadurch in den Herzen der heranwachſenden Jugend die treue Anhänglichkeit an die Perſon des angeſtammten Landesherrn, ſowie die Vaterlandsliebe überhaupt belebt und befeſtigt würde.

Demgemäß begann das Feſt am Vorabend des Hauptfeſttages, des 21. Auguſt, an welchem der Herzog vor 25 Jahren die Regierung angetreten hatte, mit einem Schulactus in der auf das feſtlichſte geſchmückten Aula des Gymnaſiums. Zu demſelben hatte die Anſtalt durch ein beſonderes Programm, in welchem die von Schülern der oberen Claſſen abgefaßten Feſtgedichte abgedruckt waren, eingeladen. Die Feſtrede, welche beſtimmt war, die Einleitung zu der ganzen Feier überhaupt zu bilden, hielt der unterzeichnete Berichterſtatter.

In derſelben wurde zuvörderſt die Bedeutung von Schulfeierlichkeiten, welche zu Ehren des Landesherrn veranſtaltet werden, für die ſtudirende Jugend hervorgehoben, ſodann die ſeit Jahrhunderten beſtehenden engen Beziehungen des Herrſcherhauſes zu den Bewohnern des Landes Naſſau aus den Hauptmomenten der Geſchichte beider nachgewieſen und die ſegensreiche Regierung des jetzigen Herzogs dargeſtellt. Hierbei bot ſich die Bezugnahme auf das Hadamarer Gymnaſium, eine Stiftung des Herzogs Adolph, ſowie die Aufforderung an die anweſende Jugend, treu und feſt zu demſelben zu ſtehen und nach einer tüchtigen Ausbildung zu ſtreben, von ſelbſt dar. Geſänge, Declamationen, Vorträge dramatiſcher Scenen wirkten ſichtlich mit dazu, eine gehobene Stimmung in der zahlreichen Verſammlung hervorzurufen. Glockengeläute am Abend, Böllerſchüſſe und ein glänzender Fackelzug nach eingetretener Dunkelheit, eine herzliche Anſprache des Bürgermeiſters Herrn Hillerich und ein begeiſtertes Hoch auf den, welchem die Feier galt, bildeten den Schluß der Vorfeier an dieſem Tage.

Am eigentlichen Feſttage nun, den 21. Auguſt, prangte die Stadt im feſtlichen Schmuck von Fahnen, Flaggen, Triumphbogen und Laubgewinden, und nachdem Vormittags in den Kirchen feierlicher Gottesdienſt gehalten war, begann Nachmittags der Feſtzug durch die Stadt zu dem ſchön geſchmückten Turnplatz. Hier geſtaltete ſich, eingeleitet durch eine ſehr ſchöͤne und herzliche Anſprache des Herrn Amtsaſſeſſors Wißmann, alsbald ein heiteres Volksfeſt, welches am Abend ſeine Fortſetzung in den Räumen des Gymnaſiums fand. Ein am Abend des folgenden Tages veranſtalteter Feſtball bildete den Schluß der Feier des ſeltenen und denk⸗ würdigen Feſtes, wobei ſich ſo recht zeigte, in wie hohem Grade Herzog Adolph im Lande beliebt iſt.

Mit dem ehrfurchtsvollſten Danke hat der Unterzeichnete hier noch zu erwähnen, daß aus Anlaß jener Feier Seine Hoheit der Herzog Sich gnädigſt bewogen gefunden haben, ihm das Ordenskreuz IV. Claſſe des Militär⸗ und Civilverdienſtordens Adolphs von Naſſau durch Höchſtes Patent vom 21. Auguſt 1865 zu verleihen.

Das Schuljahr wurde am 11. April feierlich eröffnet, nachdem zuvor die Aufnahme⸗ prüfungen ſtattgefunden hatten. Von den 56 neu angemeldeten Zöglingen wurden nach dem