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Die Flora der Umgegend von Eſchwege.
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Vorbemerkung.
Zur Abfaſſung der nachſtehenden Arbeit hat mich der doppelte Wunſch veranlaßt, einmal, die in der Gegend um Eſchwege vorkommenden Pflanzen ſyſtematiſch zuſammen zu ſtellen, was, ſo viel mir bekannt, noch nicht anderweitig geſchehen iſt, und dann auch der, den Schülern der hieſigen Schule ein bequemes Mittel an die Hand zu geben, die im Unterrichte zu beſprechenden und die in ihre Herbarien einzulegenden Pflanzen leichter beſchaffen zu können. Ich habe mich hierbei auf die Phanerogamen und die kryptogamiſchen Gefäßpflanzen beſchränkt und aus letzterem Grunde nicht nur beſonders häufig die Standorte in der nächſten Umgebung der Stadt Eſchwege angegeben, ſondern auch ſolche Pflanzen aufgenommen, die zwar nur in Anlagen oder Gärten angepflanzt werden, aber doch ſo häufig vorkommen und ſo allgemein bekannt ſind, daß ſie im Unterrichte häufig erwähnt und als Beiſpiele angeführt werden.— Aus dem erſten Grunde bin ich zwar ſorgfältig bemüht ge⸗ weſen, alles zuſammen zu ſtellen, was auf dieſem kleinen Raume vorkommt, meine aber nicht, daß mir keine Pflanze entgangen und die Aufzählung eine vollſtändige und erſchöpfende ſei. Wenn jedoch eine Pflanze noch an manchen andern, als den angegebenen, Orten vorkommt, ſo wolle man nicht ſchon annehmen, daß mir dieſelbe unbekannt geblieben ſei, ſondern vielmehr, daß der hier zur Verfügung ſtehende Raum mir die größte Beſchränkung in Angabe der Standorte zur Pflicht machte.
Die Landſchaft, welche hier als die„Umgegend von Eſchwege“ bezeichnet wird, iſt derjenige Teil des Werrathales, welcher ſich vom Heldraſtein und Treffurt bis zum Meißner und vom Ringgau bis zum Hain bei Allendorf erſtreckt und ca. 340 dkm Flächenraum umfaßt. Die Werra theilt dieſen Raum in zwei ſehr ungleiche Teile, wovon der kleinere auf dem rechten Ufer liegt und nur den weſtlichen Rand des Eichsfeldes umfaßt, der größere aber auf dem linken Ufer liegt und ſüdwärts bis zum Ringgau und zur Wöhra, weſtwärts bis zum Meißner und nordwärts bis zum Dohlsbache reicht. Hörnekuppe, Gobert, hoher Stein, Meinhard, Greifenſtein, Gehülfensberg, Pleſſe, und das Thal„zum Hain“ liegen auf dem rechten, Heldraſtein, Kraburg, Boyneburg, Hundsrück, Leichberg, Trimberg, Bilſtein, Höllenthal und Meißner aber auf dem linken Ufer der Werra. Während das Werrathal bei Eſchwege ca. 159 m über dem Meere liegt, erheben ſich die obengenannten Berge bis zu 300, 500 und im Meißner bis zu 760 m Höhe. Der Meißner ragt alſo in die ſubalpine
Region, hat aber die eigentlichen Vertreter dieſer Flora, welche vordem für dieſen Berg angegeben 1


