Aufsatz 
Die geschichtliche Entwicklung der französischen Sprache, 1. Teil
Entstehung
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Schon vor Beginn des Schuljahrs war Lehrer Ehlers durch Krankheit verhindert geweſen, ſeine Lectionen zu geben und bedurfte eines Urlaubs bis Michaelis zum Gebrauch einer Kur. Seine Lehr⸗ ſtunden wurden mit Genehmigung des Provinzial⸗Schulkollegiums in der Weiſe verſehen, daß der Director 8 franzöſiſche Stunden in I und II übernahm, dafür das Lateiniſche in I an Lehrer Scheer abgab, für die Religionsſtunden in I und II durch den jetzigen erſten Pfarrer an der Johanniskirche, Herrn Pfarrer Wiederhold, erſetzt wurde. Die übrigen Stunden wurden von den Lehrern Mankel, Scheer und Ruß übernommen. da 4

In Folge der Ueberfüllung der Sexta, deren Schülerzahl beim Beginn des Schuljahrs bis auf 68 angewachſen war, wurde die Einrichtung einer Parallelklaſſe nothwendig, deren Verſehung mit Genehmigung des Provinzial⸗Schulkollegiums vom 31. Mai dem Candidaten der Theologie Hugo Dömich von Hom⸗ berg übertragen wurde. Schon nach 7 Monaten, an Weihnachten d. J., wurde Herr Candidat Dömich, nachdem er im Nov. die theologiſche Prüfung beſtanden, von der Realſchule abberufen, um im Pfarramt angeſtellt zu werden. Hoffentlich wird ſich bald ein Erſatz für ihn finden.

Einen empfindlichen Verluſt erleidet die Anſtalt am Schluß dieſes Schuljahres durch das Ausſcheiden unſeres werthen Collegen, des ordentlichen Reallehrers Mankel, der eine Stelle an einer höheren Lehr⸗ anſtalt in Frankfurt a. M. angenommen hat. Herr Mankel hat ſeit 1866 als ordentlicher Lehrer an der Realſchule mit ausdauernder unverdroßener Berufstreue und mit erfolgreichem Geſchick gewirkt; ſeine Thätigkeit an unſerer Anſtalt wird in dankbarem Andenken bleiben.

An ſeine Stelle iſt der Candidat des höheren Lehramtes, Chriſtian Langsdorf als ordentlicher Lehrer vom Curatorium der Realſchule gewählt und dieſe Wahl durch Verfügung des Provinzial⸗Schul⸗ kollegiums vom 17. Februar d. J. beſtätigt worden.

Herr Chriſtian Langsdorf, geb. den 13. Januar 1848 in Bad Nauheim, beſuchte von Oſtern 1861 bis dahin 1867 das hieſige Gymnaſium, beſtand hier mit Auszeichnung das Maturitätsexamen und bezog mit der Noteſehr gut vorbereitet die Univerſität Marburg, wo er ſich dem Studium der Philologie widmete. Er machte den franzöſiſchen Krieg im 82. Regiment mit, erlangte im October 1871 die facultas docendi und war von November 1872 bis jetzt Lehrer an den oberen Klaſſen des Privatgymnaſiums Birkenruh in Livland. Herr Langsdorf wird mit dem Beginn des neuen Schuljahrs hier ſein Amt antreten.

Zur Vorfeier des Geburtsfeſtes Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs verſammelten ſich Lehrer und Schüler der Anſtalt am Samſtag den 21. März zu einem Schulactus. Der Gegenſtand der von Herrn Reallehrer Israél gehaltenen Feſtrede wardas Leben und Wirken der Königin Luiſe von Preußen. Der Vortrag von vaterländiſchen Dichtungen und Geſängen bildete den Schluß der Feier.