Aufsatz 
Der rhetorische Schluß : und seine Anwendung in den Schriften der Griechen und Römer
Entstehung
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Der rhetoriſche Schluß

und ſeine Anwendung in den Schriften der Griechen und Römer.

Die Aufgabe eines Erklärers der alten Schriftſteller beſteht, um von Anderem hier abzuſehen, hauptſächlich in der klaren und bündigen Darlegung des Gedankenzuſammenhanges. Bei Darſtellungen erzählenden und beſchreibenden Inhalts iſt dieß einfach; nicht ſo leicht wird es bei philoſophiſchen und redneriſchen Beweisführungen, zumal wenn dieſelben einen an und für ſich ſchwierigen Gegenſtand behandeln und weiter ausgeführt ſind. Hier wird es nicht ſelten zweckmäßig ſein, auf die Grundgeſetze des Denkens, wie ſie die Lehrbücher der Logik uns vorführen, namentlich auf die Lehre von den verſchiedenen Schlußarten und Schlußformen zurückzugehen. Jede Argumentation, ſie mag einem Gebiet angehören, welchem ſie wolle, beruht auf Syllogismen; ſoll nun der Schüler einen klaren Einblick in die Beweisführung erhalten, ſo muß er geübt werden, aus der Umhüllung der ſprachlichen Darſtellung das Weſentliche herauszufinden, ſowie durch Weglaſſungen und Ergänzungen, Umſtellungen und Veränderungen die regelmäßige Form des Syllogismus herzuſtellen. Dieſes Verfahren, welches bei der Er⸗ klärung der alten Schriftſteller um ſo leichter anwendbar iſt, als dieſelben für beſtimmte Ge⸗ dankenwendungen beſonders ſcharf ausgeprägte Formen haben und ſchon durch die Art und Weiſe der Satzverbindung auf den logiſchen Inhalt hinweiſen, hat den Vortheil, daß es nicht

nur klare Einſicht in das Geleſene verſchafft, ſondern auch zugleich als Mittel dient, in die

formale Logik einzuführen, eine Wiſſenſchaft, die auch für die Zwecke des Gymnaſialunterrichts eine größere Beachtung verdiente, als unſere Zeit ihr ſchenkt. Vorliegende Abhandlung hat den Zweck, an der Lehre vom rhetoriſchen Schluß die Hauptpunkte, worauf es bei der bezeich⸗ neten Behandlungsweiſe der Schriftſteller ankommt, hervorzuheben und durch Beiſpiele zu erläutern.

Jeder vollſtändige Schluß beſteht aus einer Verbindung von drei Urtheilen, die in einem ſolchen logiſchen Verhältniß ſtehen, daß der letzte Satz ſich als Folgerung aus den beiden vor⸗ hergehenden ergibt. Aristot. analyt. pr. I, 1: 9⁷101ς cori 16 9, 8»ν 1896ντεν 1ee ereoo 100 νεμέ⁴νι ε⁸ drdeνννε ꝗvafsœive⁰ 10 αντπα elyc.ο§³ ³ raxiτα 81rαν τ⁶⁸ raτσ quScirei, 10 ds dd νd&εiαρσανεέι τ 1ευ⁶ενςσ εeιινεέν dοον 1100 G 1009 10νεσσαάαιQ ἀeεαeραςο. Die Glieder ſind: die propositio, per quam locus is breviter exponitur, ex quo vis omnis oportet emanet ratiocinationis; die assumptio,

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