Aufsatz 
Die einfachsten Mittel zur Zeitbestimmung für's practische Leben : 2. Theil / von A. Ebenau
Entstehung
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überliegenden, um 12 Stunden von ihnen abstehenden Schattenrichtungen über das Centrum der Uhr hinaus rückwärts verlängert und mit den betreffenden Zahlen be- zeichnet. Die Richtigkeit dieser Construction erhellt auf den ersten Blick, wenn man sich die beiden Ebenen um die gemeinschaftliche Tangente in eine solche Lage gedreht denkt, wie sie die Fig. 7 darstellt.

Die graphische Verzeichnung der regulären Morgen- und Abenduhr befolgt ganz denselben Gang, nur dass hier die Tangente der zur Construction zu Hilfe ge- nommenen Aequinoctialuhr nicht mit der Ebene des Horizontes parallel läuft, sondern mit der elben nach Süden hin einen Winkel bilden muss, welcher der Aequatorhöhe des Ortes gleich ist. Man zieht daher auf der gegebenen Fläche eine genaue horizontale Gerade AB Fig. 6, legt an dieselbe unter dem Winkel der Aequatorhöhe(900) eine andere Gerade B'C, welche also den Durchschnitt der Ebene des Aequators mit der gegebenen, genau in der Richtung des Meridians liegenden Uhifläche darstellt. In einem beliebig zu wählenden Puncte C dieser Tangente des Aequinoctialkreises errichtet man eine auf derselben Senkrechte CC, nimmt wieder aus dem Fundamentaldreieck die Streckée BD, trägt sie vom Durchschnittspuncte beider Linien Cauf die Senkrechte ab, beschreibt mit ihr den Kreis der Aequinoctialuhr und führt dieselbe ganz so aus, wientes eben bei der Horizontalubr beschrieben worden und in Fig. 6 dargestellt ist. Man hat also bei diesem Verfahren die Aequinoctialuhr, deren Ebene in der Wirklich- keit rechtwinklig auf der verticalen Wand steht und diese in der Linie B0 darch- schneidet, um diese Linie als Tangente eine Drehung von 900 machen lassen, wodurch ihre Fläche ganz in die Ebene der gegebenen Waad gefallen ist. Wird nun der Zeiger in der Entfernung= CC oder= BD senkrecht über und parallel'mit CD gehörig befestigt, und sind die einzelnen Schattenrichtungen der Linie CD parallel oder senkrecht auf CB ausgezogen und mit den betreffenden Stundenzuhlen versehen worden, so. ist die ganze Uhr vollendet. Die in Fig. 6 dargestellte Uhr ist eine Mor- genuhr; betrachtet man sie im Spiegel oder von der Rückseite durch das Papier, so stellt sis eine reguläre Abenduhr dar.

Die graphische Darstellung der Polaruhr stimmt ganz mit dem eben beschrie- benen Verfahren überein; nur liegt bei ihr die Tangente der Aequinoctialuhr nicht ge- gen den Horizont geneigt, sondern läuft mit ihm parallel. Legt man Fig. 6 so vor sich, dass die Linie B'C dem Horizonte parallel ist, und denkt sich alsdann, links von Cuadasselbe System von Linien und Winkeln so ausgeführt, wie es hier rechts zwischen C und B geschehen, so hat man das Bild einer vollständigen Polaruhr. Nur die Schattenrichtungen der einzelnen Stunden bekommen aadere Benennungen. Da die Ebene des Meridians die Fläche der Polaruhr rechtwinklig durchschneidet, so wird die durch den Mittelpunet des Aequinoctialkreises gehende CD zur Mittagslinie der Uhr. Links von ihr oder nach Westen hin müssen also die Stunden 1 10, 9 bis 7

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