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so wünde der Stern jeden Tag zur selben Minute und Secunde verschwinden, in wel- cher er am ersten Tage beobachtet wurde. Da aber die Uhren gewöhnlich mittlere Zeit zeigen, so ist es nöthig, die so gemachten Beobachtungen auf mittlere Zeit zu reducieren. Wir haben schon oben gesehen, dass der mittlere Tag den Sterntag um 3 Minuten 55,91 Secunden mittlerer Zeit übertrifft. Der Stern wird also nach einer nach mittlerer Zeit gehenden Uhr jeden Tag um 3 M. 56 Sec. früher verschwinden, als am vorhergehenden Tage. Man sieht also leicht ein, wie man vermittelst mehrerer aufeinanderfolgender Beobachtungen des Verschwindens eines und desselben Sterns— da der Moment des gänzlichen Verschwindens desselben bis auf einen Bruchtheil einer Secunde genau aufgefasst werden kann,— eine vollständige und höchst genaue Kennt- nis von dem Gange seiner Uhr erlangen kann. Sodann ist es leicht, sobald man das regelmässige Voreilen oder Zurückbleiben seiner Uhr im Laufe eines Tages kennen gelernt und etwa durch correspondierende Sonnenhöhen ihren Gang gegen richtige mitt- lere Zeit bestimmt hat, das Azimuth des Sterns im Augenblicke seines Verschwindens zu bestimmen und somit genau die Zeit anzugeben, um welche er auch nach Monaten wieder verschwinden muss. Ist diese Zeit für einen bestimmten Tag einmal genau ge- funden, so ist eine solche Sternenuhr jeder anderen Sonnenuhr bei weitem vorzuziehen, indem man durch sie in den Stand gesetzt wird, seine Uhr bis auf die Secunde genau zu stellen.
Der Vortrefflichkeit dieser Methode, die Zeit zu bestimmen, thut nur der eine Umstand Abbruch, dass es als ein seltener Fall angesehen werden kann, wenn man von dem Fenster seiner Wohnung einen gehörig hohen Thurm in ziemlich grosser Ent- fernung sich über den Horizont erheben sieht. Denn ist die verdeckende Wand zu nahe, so ist der Moment des Verschwindens nicht mehr mit der gehörigen Schärfe zu erfassen.
Weniger störend ist der zweite Umstand, dass nämlich die Sterne, die hinter dem Thurme verschwinden, nur höchstens 2 Monate lang von Abends 10 Uhr bis zur Däm- merung erscheinen und dann ein halbes Jahr lang bei Tag durch diesen Ver- tical gehen also nicht mehr beobachtet werden können. Es müssen daher, ehe der zuerst benutzte Stern in der Dämmerung verschwindet, in einer späteren Stunde ein oder mehrere neue Sterne beobachtet und die Zeit auf jeden derselben übertragen werden. Hat man so ein Verzeichnis der Sterne, welche im Laufe eines Jahres als bequeme Stundenzeiger in den Abendstunden an dem Thurm verschwinden, so darf man nur zu irgend einer Zeit einen derselben beobachten, um sogleich aus der Tabelle, die man sich über die Intervalle derselben entwirft, die richtige Zeit für diese Beobachtung zu finden und seine Uhr darnach stellen zu können. Noch ist zu bemerken, dass bei
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