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gebörig festen Ständer angebrachten Metallplatte bedienen, durch deren Mitte ein klei- nes feines Loch geschlagen ist und die man durch leises Verrücken des Stativs leichter in die gewünschte Richtung bringt. Nach der Beobachtung jedoch muss mittelst eines Loths die Stelle auf dem Boden bemerkt werden, über welcher der Mittelpunkt der kleinen Oeffnung gestanden, so wie auch die, wo die Verlängerung des zuerst auſgehängten Lothes den Boden trifft. Verbindet man nun beide Punkte durch eine Gerade, so hat man eine Mittagslinie, die nur bis auf wenige Secunden von der genauen Lage ab- weichen kann und gewiss die Zeit bis auf einige Secunden richtig angiebt.
Die letzte Methode, die Mittagslinie zu bestimmen, bedient sich ganz derselben Mittel, wie die vorher geschilderten; nur gebraucht sie die Circumpolarsterne nicht zu der Zeit, wo sie durch den Meridian gehen, sondern früher oder später, wo sie sich in ihrer grössten Digression zu beiden Seiten des Meridians befinden. Da alle Sterne, welche bei uns nicht untergehen, vollständige Kreise um den Pol der Erdaxe beschrei- ben, so bewegen sie sich von ihrer unteren Culmination an von der Linken gegen die Rechte hin, wobei ihre Höhe über unserem Horizonte wächst. Nach und nach wird die erste Bewegung immer langsamer, während ihre Höhe immer mehr zunimmt. End- lich erreichen sie einen Punkt, wo sie sich nicht weiter von dem Meridian entfernen und ihre Höhe nur noch wächst. In dieser Stellung scheint der Stern sich in einer auf den Horizont senkrechten Richtung zu bewegen und wird mehrere Minuten lang hinter einem auf ihn scharf einvisierten Lothe verdeckt bleiben. Er wird sodann auf dersel- ben Seite des Lothes wieder zum Vorschein kommen, auf der er hinter dasselbe ge- treten und sich wieder gegen den Meridian hin bewegen, um, wenn er denselben über- schritten, auf der anderen Seite desselben genau dieselben Erscheinungen zu wieder- holen. Diese Momente der grössten Digressionen lassen sich sehr genau und scharf beobachten, bedürfen aber einer über 12 Stunden dauernden Nacht. Hat man die bei- den Digressionen eines Sternes auf obengeschilderte Weise vermittelst zweier Bleiloche genau observiert, und die Durchschnitte der Ebenen auf die Horizontalfläche des Be- obachtungsortes übertragen, so darf man nur den Winkel, den sie beide mit einander bilden, halbieren, um so ebenfalls eine vollständig genaue Mittagslinie zu erbalten.
Diese Methode der grössten Digressionen hat den Vortheil, dass man die Zahl der beobachteten Sterne beliebig gross nehmen kann und also die eine Bestimmung die Genauigkeit der andern bestätigt oder corrigiert. Auch ist es nicht nöthig, die beiden Digressionen eines Sternes in einer und derselben Nacht zu beobachten, wenn man nur die Richtung der Ebene, die durch die grösste Digression bestimmt wurde, genau und sicher zu fixieren im Stande ist. Ja man kann sogar schon aus einer ein-
Orion stehend, gewöhnlich der Jacobsstab(von dem Volke auch oft der Rechen) genannt werden. Eine im Augenblick der Culmination auf beide genau einviesierte Ebene liegt so scharf im Meridian, als man es zu diesem practischen Zwecke nöthig hat und mit den vorausgesetzten Mitteln erreichen kann.
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