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von 1⁰ 25 34“ von demselben und beschreibt also im Laufe eines Tages einen Kreis um den Pol, dessen Radius dieser Grösse gleich ist. Er muss also bei seinem täglichen Umlauf zweimal durch die Ebene des Meridians gehen, und zwar in Höhen, die nur um das Doppelte jener Grösse von einander verschieden sind. Hat man nun eine astro- nomische Ephemeride zur Hand, so ist es eine leichte Aufgabe, aus der bekannten Rectascension des Sterns und der für den Mittag eines jeden Tages gegebenen Rect- ascension der Sonne die Zeit abzuleiten, wann der Polarstern über oder unter dem Pol durch die Ebene des Meridians geht. Weiss man diese Zeit bis auf die Minute genau, so lässt sich das obenbeschriebene Einvisieren zweier Bleilothe auf ihn ebenso gut und mit gleichem Erfolge anwenden, als wenn er genau im Pole stünde. Da aber bei dieser Arbeit keinerlei astronomische Hilfsmittel vorausgesetzt werden, so müssen wir uns nach einem andern Mittel umsehen, um die Zeit der Culmination des Polarsterns doch bis auf eine Minute genau bestimmen zu können. Stünde nun ein zweiter ebenfalls leicht kenntlicher Stern in ganz gleicher Rectascension wie der Polarstern oder in einer solchen, die genau um 1800 grösser wäre, so ist es klar, dass beide Sterne Zzugleich durch den Meridian gehen müssten, und man dürfte nur alsdann, weil die Ebene des Meridians immer durch unser Zenith geht, und jedes Bleiloth also auch in dieser Ebene liegt, nach der angegebenen Weise zwei Bleilothe auf beide Sterne in dem Momente genau einvisieren, wo sie beide genau unter einander stehen, und also von beiden Lo- then genau bedeckt würden. Zufällig befindet sich aber jetzt kein Stern an der nörd- lichen Hemisphäre, der diese Bedingung erfüllte und zugleich bei uns nicht untergienge. Allein es befinden sich wohl einige recht kenntliche Sterne in Positionen, die den oben geforderten sehr nahe kommen. Diese Sterne werden zwar nicht in demselben Augen- blicke mit dem Polarstern durch den Meridian gehen, d. h. bei seiner Culmination senkrecht über oder unter ihm stchen, allein dieses Verbältnis wird nur kurze Zeit
Ein solches Stativ lässt sich am einfachsten dadurch herrichten, dass man in die einander gegenüber- stehenden Seiten eines kleinen Kästchens von Holz mit der Säge zwei senkrechte Einschnitte macht, gerade weit und tief genug, um den Limbus des Sextanten hinein zu setzen und leicht darin hin- und herschieben zu können. Dadurch erlangt man den Vortheil, dass man höchstens mit einem Finger dem Sextanten seine gehörige verticale Lage zu geben braucht, die andere Hand aber zur augenblicklichen Fixierung der Linie frei hat. Noch schärfer lässt sich die Lage der Mittagslinie bestimmen, wenn man sich eines solchen Instru- mentes bedient, wie wir es oben in der Anmerkung zu pag. 9 beschrieben; nur sind alsdann zwei Be- obachter nöthig, die zu gleicher Zeit neben einander observieren. Während der eine den Augenblick des Durchgangs eines Sterns durch das Fadenkreuz angiebt, muss der zweite zwei aufgehängte Lothe so auf den Stern richten, dass sie ihn in demselben Augenblick beide decken. Diese zwei Lothe bestimmen daher die Ebene des Verticalkreises, in dem der Stern beobachtet wurde. Wird dieses Verfahren nach der Culmi- nation wiederholt, und der durch die beiden Verticalebenen auf einer vollkommnen Horizontalebene gebildete Winkel genau halbiert, so liegt diese Halbierungslinie vollständig in der Meridianebene. Eine detaillierte Darstellung dieser Methode siehe Fr. Th. Schubert, Theoretische Astronomie I. Theil§ 46.


