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Ein gutes Messinstrument und eine Uhr, auf deren annähernd gleichen Gang man sich verlassen kann, sind alles, was zu dieser Methode erfordert wird.*) Hat man den Zeitmoment scharf erfasst, wo der Stern durch das Fadenkreuz des Instrumentes ge- gangen und das Fernrohr an den Höhenkreis desselben gehörig festgeklemmt, so lässt man das ganze Instrument ruhig stehen, und wartet die Zeit ab, wo der Stern auf der entgegengesetzten Seite des Meridians aufs neue in dem Gesichtsfelde des Fernrohrs erscheint, um auch jetzt den Moment seines Durchgangs durch das Faden- kreuz zu notieren. Es versteht sich von selbst, dass man vor jeder Beobachtung sich durch die Libelle die Gewissheit verschafft, dass das ganze Instrument sich in voll- kommen richtiger Lage befindet. Etwas umständlicher ist die Bestimmung der Zeit aus zwei correspondierenden Sonnenhöhen, weil die Sonne in der Zwischenzeit zwischen der ersten und zweiten Beobachtung ihre Declination geändert hat, und also zur Zeit der zweiten Beobachtung nicht mehr in demselben Parallelkreise steht, in welchem sie
*) Es Iiegt in der Macht eines jeden, der nur ein kleines Fernrohr besitzt, sich ein Instrument herzu- stellen, das zur Beobachtung gleich grosser Stern- und Sonnenhöhen eben so scharfe Resultate liefert, als der gewöhnliche Theodolit. Da es bei diesen Höhenmessungen nur darauf ankommt, dass man die Zeit ge- nau bestimmt, wo ein und derselbe Stern zweimal genau dieselbe Höhe auf beiden Seiten des Meridians erreicht hat, und man die eigentliche Höhe, ihrer Gradzahl nach, gar nicht zu wissen braucht, so bedarf man auch zu diesen Beobachtungen keines eigentlichen Höhenkreises, wenn man nur dessen vollkom- men sicher ist, dass das Instrument in den beiden Momenten der Beobachtung ganz genau dieselbe Neigung gegen die Fläche des Horizontes gehabt hat. Dieses aber lässt sich auf mechanische Weise ziem- lich leicht und doch mit der gehörigen Schärfe erreichen. Man befestigt das Fernrohr, in dessen optischer Axe und Brennpunct ein Fadenkreuz angebracht worden, auf ein quadratisches Brett, so dass es mit einer Seite desselben parallel läuft. An dem Winkel des Bretts, der über dem Objectiv des Fernrohrs liegt, wird ein gehörig starker Haken so eingeschraubt, dass er in der Fläche des Brettes liegt; an den ihm diagonal gegenüberliegenden Winkel aber bringt man auf gleiche Weise mehrere Haken in kleinen Abständen von einander an. Wird nun das Ganze vermittelst einer starken Kordel an dem oberen Haken etwa in ein Fensterkreuz aufgehangen, und an einen der unteren Haken ein ziemlich schweres Gewicht befestigt, so fällt der Schwerpunct des Ganzen, wenn es in Ruhe gekommen, genau in die Verticale unter den Aufhängepunct, und das Fernrohr wird bei jeder Drehung immer denselben Winkel mit dieser Verticalen, also auch mit dem Horizonte machen. Da nun die Axe des Fernrohrs, wenn es einmal um diese Verticale ganz herumgedreht wird, einen geraden Kegel beschreibt, dessen Spitze in der Verticalen unter dem Aufhängepunct liegt und dessen Seite einen dem Horizonte parallelen Kreis am Himmelsgewölbe ausschneidet, die Gesichtslinie nach einem Sterne aber in ihrem täglichen Laufe ebenfalls einen Kegel beschreibt, der, soweit dieser auf- und untergehet, von der Ebene des Horizontes durchschnitten wird, so sieht man leicht ein, dass diese beiden Kegelflächen sich nur in zwei Puncten schneiden können, die in gleichem Abstande auf beiden Seiten des Meridians liegen. Man hat also bei einer Beobachtung mit diesem einfachen Instrumente nichts zu thun, als den Moment genau zu notieren, wo derselbe Stern durch die optische Axe des Fernrohrs(das Fadenkreuz) geht. Am un- teren Ende des Brettes sind mehrere Haken eingeschraubt, um dem Fernrohre dadurch, dass man das Ge- wicht von einem in den andern hängt, eine andere Neigung zu geben, und so die Beobachtungen auf beiden Seiten des Meridians beliebig vervielfältigen zu können.
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