Aufsatz 
Die einfachsten Mittel zur Zeitbestimmung für's praktische Leben : 1. Teil
Entstehung
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Die einfachsten Mittel zu einer richtigen Leilbestimmung für's practische Leben.

Die Erfahrung, welche man an vielen Orten unsoros Landes häufig zu machen Gelegenheit hat, dass der Gang der öffentlichen Uhren oft auf eine ganz unverantwort- liche Weise von der richtigen mittleren Zeit abweicht, hat mich veranlasst, auf den folgenden Seiten Alles das in möglichster Kürze und Vollständigkeit zusammen zu stellen, was zu einer richtigen Zeitbestimmung nothwendig ist, und zugleich die Mittel ausführlich zu besprechen, durch welche eine wenigstens annähernd richtige Zeitbe- stimmung ohne grosse Schwierigkeiten practisch erlangt werden kann. Wenn man auch hier und da eine Sonnenuhr findet, so ist oft die mangelhafte Construction derselben, oft die Unbekanntschaft derer, die sie gebrauchen sollten, mit dem, was man unter Zeitgleichung versteht, oft auch die Gleichgiltigkeit der mit der Wartung der Uhr Beauftragten, Schuld an der lächerlichen Erscheinung, dass man bei einer Fahrt durchs Land bisweilen früher in dem nächsten Orte ankommt, als man den letzten verlassen. Die grossen Unzuträglichkeiten, die aus dieser Nachlässigkeit für das practische Leben und die Justiz entstehen können, haben zwar Verfügungen der höchsten Behörden in diesem Betreff hervorgerufen, allein diese werden kaum dem Uebel steuern, wenn nicht nach und nach bessere Begriffe allgemeiner werden und an recht vielen Orten ein Interesse dafür wach gerufen wird. Auch die neueren Verkehrswege, die unser Land durchschneiden, werden die Nothwendigkeit, selbst in den von diesen Linien entfernter liegenden Puncten eine richtige Zeit zu besitzen, immer mehr ins Auge fallen lassen. Und da die aus dem Realgymnasium hervorgehenden Techniker künftig wohl in allen Theilen unseres Landes thätig sein werden, so habe ich diese Arbeit um so weniger für überflüssig gehalten, als ich gehofft habe, schon unter den gegenwärtigen Zöglingen der Anstalt gute Mitarbeiter zu diesem Zweck für die Zukunft zu gewinnen. Besonders förderlich würde es sein, wenn die Herren Geistlichen auf dem Lande sich ent- weder selbst mit dieser Sache vertraut machen, oder doch die Lebrer, denen zumal in vielen Fällen die Regelung der öffentlichen Uhren überlassen ist, auf die Verdienst- lichkeit einer genauen und richtigen Zeitbestimmung aufmerksam machen wollten.