Aufsatz 
Kurze Übersicht über die Geschichte der Bibliothek des Königlichen Gymnasiums zu Hanau und Verzeichnis der alten Drucke derselben bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts
Entstehung
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Kurze Uebersicht

über die

Geschichte der Bibliothek des Königl. Gymnasiums zu Hanau

und Verzeichniss der alten Drucke derselben bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. Aufgestellt vom derzeitigen Bibliothekar Gymnasiallehrer Dr. Albert. Duncker im Februar 1877.

Die Hanauer Gymnasial-Bibliothek wurde 1607 durch den Grafen Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg zugleich mit dem früherHohe Landesschule genannten akademischen Gymnasium gegründet. Die Einweihung des Gebäudes fand indessen erst den 21. Februar 1665 durch den Grafen Friedrich Casimir statt, da der Bau durch den dreissigjährigen Krieg, unter welchem auch Hanau schwer zu leiden hatte, eine lange Unterbrechung erfuhr ¹).

Im Laufe der Zeit sind von anderen Bibliotheken oder grösseren Büchercomplexen der Bibliothek einverleibt worden:

1) Die Presbyterialbibliothek der Marienkirche zu Hanau im 17. saec.;

2) Das Camp'sche Vermächtniss

3) Die Wagner'sche Büchersammlung ²) im 18. saec.:

4) Das Schiede-Wachs'sche Vermächtniss

5) Die Bibliothek des 1813 aufgehobenen lutherischen Gymnasiums zu Hanau

6) Ein Theil der Bibliothek des früheren Kurfärstlichen evangelischen Consistoriums zu Hanau im Jahre 1874.

Die Zahl der Bände beläuft sich auf ca. 9000. Davon enthält die Lehrerbibliothek 6650 Bände,

die Schülerbibliothek 1850, die Bibliotheca pauperum oder das Pelsische Legat ca. 500 Bände.

Ausserdem besitzt die Bibliothek noch eine Anzahl Dissertationen, meistens von Marburg herrührend

1) Näheres darüber s. bei K. W. Piderit, Geschichte der Gründung und Einweihung des Gymnasiums zu Hanau. Jubiläumsrede und Osterprogramm von 1865.

2) Sie war ursprünglich dem Gymnasium zu Schlüchtern vermacht. Ueber die Gründe, weshalb sie in Hanau verblieb vgl. J. RullmannGeschichte des Gymnasiums zu Schlüchtern in der Zeitschrift für Hessische Geschichte und Landeskunde N. F. IV., S. 88 f. Kassel 1872.