Zum Andenken an den am 25. März 1887 gestorbeuen Gymnasialoberlehrer
Bruno Berlit.
Am Schluß der Chronik des vorigen Jahresberichtes konnte nur mit einigen Worten des kurz vor Ende des Schuljahres erfolgten Hinscheidens des Oberlehrers Bruno Berlit Erwähnung gethan werden.
Die Verdienste des so früh aus diesem Leben Abberufenen um das Hersfelder Gym- nasium legen es mir nahe, an dieser Stelle noch einmal seiner zu gedenken.
Bruno Berlit wurde geboren zu Hersfeld am 10. Juli 1843. Sein Vater war der wegen seiner Teilnahme an den politischen Kämpfen Kurhessens auch in weiteren Kreisen bekannte Realschullehrer Salomon Berlit, Seine Mutter war eine Schwester des be- kannten Herausgebers zahlreicher Schulbücher Prof. Ostermann in Fulda.
Das äußere Leben Berlits verlief sehr einförmig. Auf dem Gymnasium war er stets ein vorzüglicher Schüler und ein guter Kamerad. Ostern 1861 bestand er die Reifeprüfung mit dem Gesamtprädikat Nr. Eins. Er studierte in Marburg 3 Jahre Philologie und Ge- schichte. Vor der Prüfungskommission in Marburg bestand er im August 1864 die theoretische, und vor der Schulkommission für Gymnasial-Angelegenheiten in Fulda im Juni 1866 die prak- tische Prüfung und erwarb die Befähigung, in den alten Sprachen und in der Geschichte in allen Klassen zu unterrichten. Zwischen beiden Prüfungen war er zuerst als„Praktikant“ und dann als beauftragter Lehrer am Gymnasium in Hersfeld beschäftigt. Gleich nach der zweiten Prüfung wurde er als Hülfslehrer und im Juli 1863 als ordentlicher Gymnasiallehrer an dem- selben Gymnasium angestellt. Im Jahre 1871 vermählte er sich mit Fräulein Marie Schaffnit aus Darmstadt. Herbst 1878 wurde er zum Oberlehrer ernannt und bekleidete zuletzt die zweite Oberlehrerstelle an unserm Gymnasium.


