Aufsatz 
Ein Beitrag zu einer Biographie Max von Schenkendorfs / von Drescher
Entstehung
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Entwicklung des deutschen Städtewesens. Aus dem herrlichen LiedDie deutschen Städte,der Freiheit Hof und Saal, in welchem Handwerk und Industrie, Gewerbe und Manufaktur, Kunst- fertigkeit und Kunst herrlich gediehen, und die in ihrer städtischen Entwicklung durch tausend Fäden mit dem Lebensnerv deutscher Geschichte verwachsen sind, mögen hier nur einige wenige Stellen eine Stätte finden. So heisst es von Nürnberg:

Wenn einer Deutschland kennen Und Deutschland lieben soll,

Wird man ihm Nürnberg nennen, Der edlen Künste voll,

Dich, nimmer noch veraltet,

Du treue, fleiss'ge Stadt,

Wo Dürers Kraft gewaltet

Und Sachs gesungen hat.

Das ist die deutsche Treue, Das ist der deutsche Fleiss, Der sonder Wank und Reue Sein Werk zu treiben weiss. Das Werk hat Gott gegeben, Dem, der es redlich übt, Wird bald sein ganzes Leben Ein Kunstwerk, das er liebt. ¹)

Am Schlusse desselben Liedes redet der Dichtervon dem schroffsten Gegensatz, der das deutsche Leben bis zum Herzblut zerspaltet, von der Versöhnung von Religion und Wissen- schaft, und pflanzt in freudigem Gottvertrauen das junge scharfe Schwert des Wissens als Kreuz in den wiedergewonnenen Boden, dass es, so zum einigen frischen Lebensbaum empor- wachsend, den neuen Bau beschirme. Nun gilt es, sagt er:

Nun gilt's ein neues Bilden; So komm in deiner Kraft

Aus himmlischen Gefilden

Zur Erde, Wissenschaft!

Man soll dich treulich pflegen, Du teures Erb' und Gut,

Dass noch im Vätersegen

Der freie Enkel ruht.

0 komm in unsre Säle,

In unsre Schulen komm,

Mit rechter Treu' uns stähle Und mach uns wieder fromm! Es haben ja die Alten,

Die weisen, bärt'gen Herrn, Den Glauben auch gehalten Für alles Wissens Kern.

Von diesen Liedern, die mit einem breiteren Hintergrund als Städte-, Bürger- und Adelslieder sich darstellen und als solche den Fleiss, den Verstand und die Sitte ganzer Ge- sellschaftsklassen zur Arbeit für das Vaterland aufrufen, wenden wir uns zu einer anderen Gruppe, die das Lob einzelner Helden zum Gegenstand haben, welche als leuchtende Sterne am deutschen Freiheitshimmel aufgegangen waren. Darunter verdienen Erwähnung das Lied auf den feurigen FreiheitsheldenSchill, den, um mit Arndt zu reden,kein Kaiser, kein König, den die Freiheit, das Vaterland aussendet, und welchem der Freiheitsdichter die Worte in den Mund legb:

Nur der Freiheit galt mein Streben, Tag des Volkes, du wirst tagen, In der Freiheit leb' ich nun; I Den ich oben feiern will,

Und vollendet ist mein Leben Und mein König selbst wird sagen: Und ich wag' es auszuruhn.Ruh' in Frieden, treuer Schill;)

sein Lied auf Andreas Hofer, den Sandwirt von Passeier, der den Innsbrucker Studenten, welche ihm für seine Heldenthaten ein Hochvivat bringen wollen, zuruft:

Legt hin die Geigen! Weib und Kind in Thränen liegen;

Ernst ist Gottes Kriegeswille, b Weil ich nach dem Himmel ziele,

Wir sind all dem Tode eigen. Kann ich ird'sche Feind' besiegen; ³ Ich liess nicht um lust'ge Spiele

1) 23. und 24. Str. pag. 132. 2) 2. und 8. Str. aus dem GedichtSchill(eine Geisterstimme) pag. 13, 14. 3) aus der 2. Str. des GedichtsAndreas Hofer pag. 126.