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aber ν bei dem Conjunctiv in Nebenſätzen, und zwar bei den Autoren aller Zeiten. An ſchließt ſich dann nicht an den Modus, ſondern an die den Satz einleitende Partikel oder an das Relativ an. Wir unterſcheiden hier vier Satzarten: a. Relativſätze, b. Abſichtsſätze, c. Bedingungsſätze, d. Zeitbeſtimmungsſätze. In dieſen vier Satzarten hat ν„ mit dem Conjunctiv die aus dem Begriff des Conjunctivs und der Partikel ſich natürlich ergebende Bedeutung: Setzung(ſubjective An⸗ nahme) einer Handlung als einer(unter einer gewiſſen Vorausſetzung) ſich verwirklichenden.„In allen dieſen Verbindungen“, ſagt Krüger*²),„drückt ν„ν das Verhältniß des Bedingten zu einer Bedingung aus; die Bedingung aber wird nur ſelten beſonders aufgeſtellt, ſondern iſt in der Regel mit dem Bedingten verſchmolzen. Daher kommt es, daß viele der genannten Conjunctionen, als 6rar, ez u. ſ. w., eine bedingende Bedeutung zu haben, und d᷑ nicht dem Prädicate, ſondern der Conjunction(öze, enet, eneid¹ u. ſ. w.) anzugehören ſcheint.“ Dagegen macht Bäumlein ¹¹³) mit Recht die Bemerkung:„Ob wir gleich zugeben, daß auch ein bedingender Satz wieder bedingt ſein kann, ſo heißt es doch in der That einen Köhlerglauben zumuthen, wenn man fordert, man ſolle überall in den Formeln edi, ôrav, 2εεdαν, 1πεν n. ſ. w. mit Conj.&r als Ausdruck einer latenten Bedingung, dieſe Satzform alſo immerhin für bedingt nehmen, ſich aber dabei nicht ſtören laſſen, daß der wirklich bedingte Satz die angebliche Partikel der Bedingtheit nicht hat. Warum, ſo fragen wir, ſollen denn gerade diejenigen Relativ⸗, Bedingungs⸗, Zeitbeſtimmungsſätze, welche den Conjunctiv er⸗ fordern, weil es ſich um die Verwirklichung, um das Eintreten einer Erſcheinung handelt, indem ſie die Bedingung für die Ausſage des regierenden Satzes angeben, regelmäßig ſelber hinwiederum von einer latenten Bedingung abhängig ſein, während doch ebenſowohl auch ei mit Indicativ oder Optativ als abhängig von einer Bedingung gedacht werden kann?“ Wir erkennen die Richtigkeit dieſer Be⸗ merkungen an und geben gerne zu, daß, wenn auch die hauptſächlichſte Function unſerer Partikeln iſt, die Bedingtheit der Ausſage zu bezeichnen, ſie doch nicht einzig und nicht ausſchließlich nur dieſe Bedeutung haben; auch wird jeder von irgend einem Vorurtheil nicht eingenommene Kritiker ſeine Beiſtimmung nicht verſagen können, wenn wir uns die Behauptung aufzuſtellen erlauben, daß, ſo lange dieſe obigen Fragen nicht gelöſt ſind, unſere Partikeln ihre räthſelhafte Proteusnatur nicht ab⸗ gelegt, in ihrem wahren Weſen ſich noch nicht enthüllt haben.
Wie der Conjunctiv, ſo drückt auch der Optativ eine bloße Vorſtellung aus, aber im Unter⸗ ſchiede von dem Conjunctiv eine Vorſtellung, die keine Rückſicht nimmt auf Entſcheidung durch die Zukunft, die vielmehr von aller und jeder Wirklichkeit ganz und gar abſieht, eine bloße Annahme, Vermuthung. Der Optativ iſt alſo Ausdruck der reinen Subiectivität, und zwar nach den zwei Thätigkeiten des menſchlichen Geiſtes, welche die Pſychologen des Alterthums annahmen, Erkennen und Begehren, entweder Ausdruck des rein(ohne Hinſicht auf die Wirklichkeit) Gedachten, oder Aus⸗ druck des rein(ohne Hinſicht auf die Wirklichkeit) Gewünſchten. Tritt à*(a2“) hinzu, ſo wird eines⸗ theils dadurch angedeutet, daß der Redende ſeine perſönliche Anſicht ausſpricht, ſein ſubjectives Urtheil abgibt, anderntheils, daß dieſe Anſicht, dieſes Urtheil auf eine Vorausſetzung ſich ſtützt, von einer Bedingung abhängig gemacht iſt. Während alſo der bloße Optativ den reinen Gedanken oder reinen Wunſch bezeichnet, ohne daß ein Urtheil oder eine Meinung von Seiten des redenden Subjectes über das Verhältniß des Gedachten oder Gewünſchten zur Wirklichkeit abgegeben wird; wird durch die Beifügung von& das ſubjective Urtheil ausgeſprochen, daß das Angenommene, Vorgeſtellte, rein Fingirte ſich unter gewiſſen Umſtänden verwirklichen, vorkommenden Falles realiſiren könne. Nun iſt aber das Angenommene, Vorgeſtellte, Fingirte offenbar nichts Wirkliches, ſondern nur etwas Mög⸗
112) Krüger's a. Grammatik II. Thl. S. 94. 113) Bäumlein, Unterſuchungen S. 57.


