Aufsatz 
Geschichte des Bensheimer Gymnasiums nach den Urkunden dargestellt : 2. Teil / von Heinrich Dinges
Entstehung
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3. Franzöſiſche Sprache(3 Stunden wöchentlich) bei Fritzmann:

a) Lektüre: Cinna par P. Corneille, Montesquieu, considérations etc. L'Allemagne par Mune de Staöl;

b) Wöchentliche Diktate aus der franzöſiſchen Litteratur wurden überſetzt;

c) Konverſation über die verſchiedenſten Verhältniſſe des Lebens nach Guide de la conversation française et anglaise.(Fritzmann gab auch engliſchen Unterricht an der Anſtalt.)

6. Hebräiſche Sprache(2 Stunden wöchentlich) bei Dommerque: Granmatik nach Voſen:

In Oberprima Repetition der Elementar⸗ und Formenlehre, die Syntar; in Unterprima die Elementar⸗ und Formenlehre. Geleſen wurde in Oberprima: I. Moſes, IIV., VI. VIII., 20, XXII; II. Moſes, IJ., II.; I. Könige, III., 1628, V., 9 14, X., XXI.; einige Pſalmen. In Unterprima zerden die i im Anhang der Grammattt enthaltenen Übungsſtücke geleſen.

7. Mathematik(4 Stunden wöchentlich) bei Dr. Stoll:

a) Arithmetik: Gleichungen des zweiten Grades, die Lehre von den Permutationen und die Lehre von den Determinanten, Kombinationen und Variationen; der binomiſche Lehrſatz ſowohl für ganze poſitive als für gebrochene und negative Exponenten; Wahrſcheinlichkeitsrechnung.

b) Geometrie: Ebene Trigonometrie. Die Theorie wurde durch viele Aufgaben und zum Teil durch Meſſungen mit dem Theodoliten erläutert.

8. Geſchichte(2 Stunden wöchentlich) bei Kaufmann. Allgemeine, beſonders deutſche Ge⸗

ſchichte, von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum Wiener Kongreſſe nach Bumüller.

9. Naturkunde(2 Stunden wöchentlich) bei Dr. Stoll. Die flüſſigen und luftförmigen

Körper, Magnetismus, Elektrizität und Galvanismus.*.

10. Zeichnen(1 Stunde wöchentlich) bei Rektor Lippert. Nach Kumpa und nach Muſterzlänern. 11. Geſang(2 Stunden wöchentlich) bei Kantor Merz.

Hinſichtlich der weiteren und gegenwärtigen Geſtaltung des Unterrichts genüge es, auf die jüngſten Programme des Bensheimer Gymnaſiums und beſonders auf den Lehrplan für die Gymnaſien des Großherzogtums Heſſen(Darmſtadt, 1877, Buchhandlung Großherzoglichen Staatsverlags) und auf die 1884 ebendaſelbſt erſchienenerevidierte amtliche Handausgabe desſelben zu verweiſen. Die Bibliothekarſtelle verſahen in dieſer Periode die Göunnaſialleßrer Weyer, Herrmann, Dr. Geyer und Dr. Stoll.

Das Schuljahr begann nach der aus der vorigen Periode überkommenen Ordnung nach Aller⸗ heiligen, den 3. oder 4. November und wurde auf oder vor Michaelistag, am 28. oder 29. September, geſchloſſen. Vgl.§ 20 der Schulordnung von 1804. Von Michaelistag bis Allerheiligen waren Ferien. Außer dieſen 5 Wochen waren noch geſetzliche Ferien zu Oſtern von Palmſonntag bis zum weißen Sonntag. Die geſetzlichen Ferien des ganzen Schuljahres betrugen alſo nnr 8 Wochen.

Im Laufe der Zeit machte ſich aber das Bedürfnis geltend, auch zu Weihnachten und Pfingſten auf einige Tage von der Schule frei zu ſein. Auch Ernteferien von etwa 14tägiger Dauer kamen auf,

Anm. a. Die Sekunda hatte bei demſelben Lehrer 2 Stunden wöchentlich Chemie, die kombinierte Tertia und OQuarta 2 Stunden wöchentlich Botanik und Zoologie alternatim in den 2 Schuljahren. Quinta und Sexta hatten keinen naturwiſſenſchaftlichen Unterricht.