Aufsatz 
Die Lehre von der Rechtfertigung aus dem Glauben : vom ethischen Gesichtspunkte aus dargestellt / von August Dieckmann
Entstehung
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in den Tod nur für die in Kraft, die ſich die in derſelben offenbarte Gottesgnade im Glanben aneignen und ſich ſo mit Gott verſöhnen laſſen: Ein Verſöhner, Aaoryptos(ſühnend, expians) wird Chriſtus laut Röm. 3, 25 für uns eben durch den Glauben(Aaorhiptov 5id lOrSF Sv Tc A5 oo w). Wohl lehnt ſich das neue Teſtament überall an die Opfervorſtellungen des alten Bundes an, aber überall ſehen wir auch die Tendenz zur Vergeiſtigung der Opfer⸗Auffaſſung wirkſam(vgl. F. Nitzſch, die Idee und die Stufen des Opferkultus, Kiel 1889, S. 17). Die Dogmatik muß ſich hüten, bei der Lehre von der ſtellvertretenden Genugthuung Chriſti in ceremonialgeſetzliche Anſchau⸗ ungen zurückzufallen, die dem N. T. fremd ſind. Vonunſerem eitlen Wandel hat uns Chriſtusmit ſeinem teueren Blute erlöſt(1 Petr. 1, 18 und 19).Chriſtus hat ſich ſelbſt für uns gegeben, auf daß er uns erlöſete von aller Ungerechtigkeit(kva XuH Srat has Ae aens Avoelae) und reinigte ihm ſelbſt ein Volk zum Eigentum, das fleißig wäre zu guten Werken(Tit. 2, 14). Eine ſo durchaus ſittlich geartete Erlöſung kann ſich nimmermehr anders als durch den Glauben vollziehen, der auf Gottes Gnadenabſicht eingeht. Für den Glauben iſt Chriſtus ſittliches Lebensprincip. Wurde oben die Gnade überhaupt ſo bezeichnet(S. 20), ſo erſcheint Chriſtus nun als der Sammel⸗ und Ausgangspunkt der Gottesgerechtigkeit und der Gnade Gottes. Wie die Gnado, ſo iſt auch Chriſtus zugleich Rechtfertigungs⸗und Heiligungsprincip. Das 8 Xprorctoeat, in Chriſto Gerechtfertigtwerden, ſchließt, wenn es nicht bloß principiell und potentiell für uns gelten ſoll, das y Xptorc slvat ein. Ja, Chriſtus ſoll ſelbſt in uns Wohnung machen und leben. Die Recht⸗ fertigung in Chriſto erſcheint als ſittliche Aufgabe des Menſchen, wenn es Gal. 2, 17 heißt, daß wir als Chriſtendanach trachten nüſſen, in Chriſto gerechtfertigt zu werden(ſrobvrss SiXAfyxt Sy Xpioεο) und deshalb mit der Sünde keine Gemeinſchaft mehr haben dürfen;nicht mehr ich lebe, ſondern Chriſtus lebet in mir, ſagt der Apoſtel von ſich V. 20. Wir ſollenGottes⸗ gerechtigkeit in Chriſto werden(kvya vusts VeyG&αᷣ 5Xααιοο mάι[ ‧οσο ε&ν ο5)f, 2 Cor. 5, 21. Unſere Gerechtigkeit und Heiligung kommen beide, eng verbunden, von Chriſto her: 1. Cor. 1, 30: Chriſtus iſt uns gemacht von Gott zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlöſung. Indem wir nun aber die Rechtfertigung in Chriſto der Heiligung in Chriſto über⸗ ordnen, ſo wollen wir damit ſagen, daß die Gnade Gottes der Grund unſeres Heils bleibt, nicht unſer Thun, noch Verdienſt; alle Selbſt⸗, Werk⸗ und Geſetzesgerechtigkeit iſt damit ausgeſchloſſen. Die evangeliſche Kirche hält allezeit das Banner hoch, das Paulus Gal. 5, 4 mit den Worten aufgerichtet hat:Ihr habt Chriſtum verloren, die ihr durch das Geſetz gerecht werden wollt, und ſeid von der Gnade gefallen(a α εε˙ εα το Xptοτοο, oOLttvs Sv v6 Stαααι⁶οε, vs ρεαιος εεεᷣανειοααε⁸). Da aber der Glaube an Chriſtus uns die Gnade vermittelt, ſo wird unſere, principiell in Chriſto gegebene Rechtfertigung ſich doch nur ſtufenweiſe realiſieren, ganz entſprechend den Stufen unſeres Glaubenslebens(éx nlotsch els lorty, Röm. I, 17). Nach Maßgabe unſerer Heiligung werden wir thatſächlich der Rechtfertigung teilhaftig. Die volle Rechtfertigung haben die Gläubigen erſt am Ziele ihrer Laufbahn zu erwarten. Sie fällt mit der Erlangung derKrone der Gerechtigkeit zuſammen, welche ihnender Herr, der gerechte Richter, geben wird an jenem Tage(2 Tim. 4, 8). In dieſem irdiſchen Leben iſt die Gerechtigkeit, obwohl principiell in Chriſto gegeben, doch eben weil ſie durch unſeren Glauben in ihrer Realiſierung bedingt iſt, noch ein Gegenſtand der Hoffnung; Gal. 5, 5: Wir warten im Geiſte auf Grund des Glaubens auf die zu erhoffende Gerechtigkeit(. usts †³