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und ihren Leiſtungen durch eigene Anſchauung kennen gelernt habe, iſt es nicht zu läugnen, daß ſie in ihrer Entwickelung einen Standpunkt erreicht hat, der ihr eine ſchöne Zukunft verheißt Insbeſondere wohlthuend hat mich das ge⸗ müthliche, zuvorkommende Weſen ihres würdigen Vorſtehers angeſprochen, dem es gelungen iſt, das wohlthätige Werk mit ſo großartiger Localität als ſein Ei— genthum in's Daſein zu rufen.
6) Das Taubſtummen⸗Inſtitut zu Prag.
Dieſes Inſtitut verdankt Privaten ſeinen Anfang und mit Beihülfe der vom Staate bewilligten Beſoldung zweier Lehrer aus einem gewiſſen Schulfonds auch ſeinen Fortgang. Benefiziat Karl Berger hatte ſich im Wiener Inſtitut mit der Methode des Taubſtummenunterrichts bekannt gemacht und demnächſt in Böhmen ſchon einzelne Taubſtumme unterrichtet, als er 1786 mit ſechs Zöglin⸗ gen die Anſtalt in Prag eröffnete und nach dem Vorbilde der Wiener Schule und franzöſiſchem Muſter— mit vollſtändiger Anwendung der Geberdenſprache — die Taubſtummen in der Schriftſprache unterrichtete. Auch machte er bei einigen Taubſtummen mit günſtigem Erfolge Unterrichtsverſuche in der Lautſprache, ohne Rückſicht jedoch auf Abſehübungen. Die Lau⸗ tirſchüler ſind aber wahrſcheinlich ſolche Taubſtumme geweſen, die bei ih⸗ rem Vocal⸗ oder Schallgehöre auch mit guten Sprachorganen begabt waren, bei denen das Sprechgeſchäft alſo weniger Schwierigkeiten darbot, als bei Kin⸗ dern, welchen dieſe Vorzüge mangelten. Später war Johann Mücke eine lange Reihe von Jahren Dirigent und Lehrer der Anſtalt, der, wie glaubwür⸗ dige Berichte melden, mit regſtem Eifer und vielem Segen an ihr gewirkt ha⸗ ben ſoll. Nach deſſen Ableben 1840 rückte der Weltprieſter Herr Wenzel F roſt in ſeine Stelle ein, der gegenwärtig mit dem rüſtigſten Eifer und vieler That⸗ kraft dem Inſtitute als Director vorſteht. Das Ganze beſteht auch jetzt noch durch die Unterſtützung jenes Vereins edler Menſchenfreunde, der ſich ſchon zu ſeiner Gründung conſtituirt hatte und für die der jährliche Beitrag eines Ver⸗ einsmitgliedes auf 4 fl. feſtgeſetzt iſt. Das auf dem Viehmarkte No. C. 502 gelegene, von reiner Luft durchzogene, zweckmäßige Inſtitutslocal gewährt 1) die Schullocalitäten für eine Frequenz von mindeſtens 70 bis 80 Zöglingen;


