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Lehren in ganz faßlicher, katechetiſcher Weiſe mittheilt. Der Zweck des Reli⸗ gionsunterrichts bedingt, daß die bibliſche Geſchichte zur Grundlage deſſelben diene, ſie tritt als Anſchaulichungsmittel und als Lehrgegenſtand auf. Der Zweck der Religion iſt nicht wiſſen, ſondern Stärkung des Willens, ein kindli⸗ licher Glaube, innige Liebe. Das Leben und die Schule erreichen dieſen Zweck, die Geſchichte iſt das Clement, die Lehre die Auslegung derſelben. Die Grund⸗ lage iſt bibliſche Geſchichte, vorbereitet wird dies durch die Beſprechung bibli⸗ ſcher Bilder. Neben der chriſtlichen Lehre ſoll und muß bibliſche Geſchichte ge⸗ leſen werden. Hält man auch in der Dresd'ner Anſtalt dieſen Grundſatz feſt, ſo befolgt man eben das, wofür die meiſten Pädagogen ſprechen.
Herr Lehrer Müller ertheilt den geographiſchen Unterricht nach der ſynthetiſchen Methode, ſchreitet demzufolge vom Beſonderen, den nächſten Um⸗ gebungen zu immer weiteren Kreiſen des geographiſchen Wiſſens fort, wobei gelegentlich auch das hiſtoriſche Moment in Bezug auf's Vaterland Berückſich⸗ tigung findet. Die kleinen Reiſen, welche man zuweilen mit den Zöglingen in die verſchiedenen Landestheilen unternimmt, geben dem ſraglichen Unterrichte noch ein ganz beſonderes Intereſſe und ſind vorzüglich geeignet, ihn zu befeſti⸗ gen und zu erweitern, irrig Aufgefaßtes aber durch die lebendige Anſchauung zu berichtigen.
Der Sprachunterricht in dieſem Inſtitute ſcheint, wie bereits angedeutet, mehr in grammatiſcher Stufenfolge geordnet, als nach dem natürlichea Sprach⸗ entwickelungsgang vollſinniger Kinder, welcher aber in Taubſtummen-Anſtalten möglichſt annäherungsweiſe nachgeahmt werden ſoll, wenn wir unſere Zöglinge ſo bald wie thunlich und in mehr naturgemäßer Art und Weiſe in den Beſitz der Sprache bringen wollen. Wie ſich die Sprache im hörenden Kinde ent⸗ wickelt, ſo ähnlich ſoll ſie im taubſtummen durch eine zweckmäßige Bethätigung des Lehrers erzeugt werden; jenes lernt ſeine Sprache auf praktiſchem Wege ohne Kenntniß von Regeln durch Hören und Nachſprechen; auch dieſes ſoll ſeine erſte Sprache durch den Gebrauch lernen, d. h. der Lehrer ſpricht vor und der Taubſtumme ſpricht dies nach.
Soweit ich die Dresdener Taubſtummen-Anſtalt aus ihrer Organiſation


