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Aufloͤſung bevorſteht, da ihr die Landraͤthe keine Kinder mehr zuweiſen, ſondern ſolche in die Haller Privatanſtalt ſchicken, wo man ihre Ausbildung wohlfeiler haben kann, als in Magdeburg.
Die Schuͤler ſind in zwei Klaſſen eingetheilt und werden ſaͤmmtlich von Herrn Lehrer Heiderich in einem Lehrzimmer unterrichtet. Jede Klaſſe iſt ruͤckſichtlich ihrer Aufnahme und Bildungsſtufe wieder in Abtheilungen gebracht. Die Kinder der letzten Abtheilung beſuchen die Anſtalt ſeit 1— 2 Jahren und hatten zur Zeit meines Beſuchs folgenden ſprachlichen Standpunkt erreicht: Be⸗ nennungen von Gegenſtaͤnden und Eigenſchaften, Gattungsbegriffe und intranſitive Zeitwoͤrter. Eine Uebung mit ſolchen Zeitwoͤrtern in Satzbildungen ging erwuͤnſcht, ſowol muͤndlich als ſchriftlich, und die Kinder ſprachen deutlich und gelaͤufig. Die hierauf bezuͤglichen Fragen des Lehrers wurden ebenſo muͤndlich und ſchrift⸗ lich beantwortet, wobei ſowol Lehrer, als Schuͤler noch haͤufig die Geberden⸗ ſprache in Anwendung brachten. Hr. Heiderich bediente ſich derſelben, um den Kindern die Sache zu deuten, geſtattete aber auch deren Anwendung dieſen, um zu ermitteln, ob ſie die Fragen verſtanden hatten.— Die Schuͤler der erſten Klaſſe, 2 Knaben und 4 Maͤdchen, waren bereits 5 Jahre in der Anſtalt. Hr. Heiderich bezeichnete die ſprachliche Bildungsſtufe derſelben als folgeude: Leichte Erzaͤhlungen werden mit den Schuͤlern durchgegangen; der Lehrer ſchreibt aus irgend einem Buche, namentlich aus den Leſebuͤchern von Scherr und Hill, paſſende Erzaͤhlungen an die Tafel, erklaͤrt ihnen den Inhalt und laͤßt ſie dann das Erzaͤhlte in ihre Arbeitshefte eintragen. Im letzten oder ſechſten Unterrichts⸗ jahre werden die Schuͤler zur Fuͤhrung von Tagebuͤchern, zu Beſchreibungen und zur Anfertigung von Geſchaͤftsaufſaͤtzen angeleitet, damit ſie ihre Gedanken frei und ſelbſtſtaͤndig ausdruͤcken lernen. Die mir vorgelegten Arbeiten ſind nach Inhalt und Form in aͤhnlicher Weiſe ausgefuͤhrt, wie die der Zoͤglinge in Halberſtadt.— Hr. Heiderich ertheilt den Religionsunterricht nach eigenen Heften, welchen der Katechismus zu Grunde liegt. Bei der zweiten Klaſſe dient Neumann's bibliſche Geſchichte als erſter religioͤſer Unterricht, waͤhrend in der erſten Klaſſe die von Dr. Rauſchenbuſch in den Haͤnden der Schuͤler iſt.
Wie in Halberſtadt, ſo werden auch hier die Zoͤglinge des Schullehrer⸗ ſeminars mit dem Taubſtummenunterrichte theoretiſch und peactiſch


