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und faßlich behandelt, daß es meinem Herzen wahrhaft wohlthat— und gewiß anch bei ſeinen ſehr aufmerkſamen Schuͤlern die beabſichtigte Wirkung nicht verfehlt hat. Die Religionswahrheiten werden ſtets mit paſſenden Bibelſpruͤchen verwebt, welche die Kinder, ſobald ſie den Sinn verſtehen, als religioͤſe Leitſterne ihrem Gedaͤchtniſſe einpraͤgen. Das Lehrverfahren iſt hier annaͤherungsweiſe— daſſelbe, welches in Schulen vollſinniger Kinder in Auwendung kommt, indem auf dieſer Bildungsſtufe immer das Wort ſelbſt als Anregungsmittel dient.
Dies iſt uͤberhaupt bei allen Unterrichtsgegenſtaͤnden der Fall, immer aber wird in dieſer Schule das geſprochene Wort mit angemeſſener, leichter Geberde begleitet.—
In Betreff des Lehrplans der Anſtalt theilte mir Hr. Aeplinius das Nachſtehende mit:
Der ganze Sprachunterricht iſt bei Taubſtummen ein Denkunterricht; dieſen Grundſatz halten wir feſt. In den Sprachunterricht werden noch die nothwendigſten Realkenntniſſe herangezogen. Beſondere Stunden haben wir fuͤr Geographie und Naturgeſchichte nicht. Nach Erfolg der Entwickelung eines gewiſſen Sprachſtoffes tritt Einuͤbung zum Zwecke der Sprachfertigkeit und der Bildung eigener Beiſpiele ein. Der Rechenunterricht wird theils des Rechnens wegen, theils der Sprech- und Denkuͤbung halber geuͤbt.— Der Taubſtummen⸗ Unterricht hat eigentlich nur die Sprache und das Sprechen zum Gegenſtande. Der Religionsunterricht iſt zugleich Sprachunterricht, wird aber der Natur und Tendenz gemaͤß behandelt, d. h. mit heiligem Ernſte und gemuͤthlicher, herzge⸗ winnender Anſprache. Es kommt bei ihm nicht auf die Entwickelung der Begriffe an, ſondern nur darauf, daß der Taubſtumme die Wahrheit im Allge⸗ meinen erkannt habe, wenn er auch nicht ſprachliche Rechenſchaft daruͤber zu geben weiß.
Wir halten moraliſche Durchbildung fuͤr hoͤher, als das bloße Wiſſen und ſehen uͤberhaupt mehr auf praktiſche und moraliſche Bildung. Dem Religions⸗ unterrichte geht die bibliſche Geſchichte vor und bildet die Grundlage deſſelben. Die bibliſche Geſchichte wird auf den erſten Stufen ſittlicher und religioͤſer Bildung nach Scherr's II. Leſebuche, ſpaͤter aber nach Jaͤger gelehrt— Einen großen Werth legen wir auf die Bibelkenntniß. In der II. Klaſſe ſind fuͤr


