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Religioſitaͤt und Sittlichkeit einzupflanzen, ihren Verſtand aufzuklaͤren und ihnen alle jene Kenntniſſe beizubringen, die ſie in den Stand ſetzen, ſich ein erwuͤnſch⸗ tes Fortkommen in der Welt zu bereiten. Zwanzig volle Jahre arbeitete er raſt⸗ los und mit ſegensreichem Erfolge an der Bildung der ihm ſo lieb gewordenen Taubſtummen; nicht minder ließ er ſich aber auch ſeine eigene Fortbildung an⸗ gelegen ſein. Die literaͤriſchen Erſcheinungen im Gebiete der Paͤdagogik und insbeſondere im Taubſtummen⸗Unterrichtsfache verfolgend, ſuchte er alles Gute und Nuͤtzliche ſich zu eigen zu machen, um es dann practiſch anzuwenden. Im Vereine mit ſeinen beiden Collegen gab er die in den erſteren Jahren angewandte mangelhaftere Methode, vermittels des Handalphabets zu unterrichten gaͤnzlich auf; die Mimik wurde moͤglichſt beſchraͤnkt, dagegen aller Fleiß auf artikulirtes Sprechen der Zoͤglinge verwendet. So trug er redlich das Seinige dazu bei, daß die vaterlaͤndiſche Taubſtummen⸗Anſtalt zu der Bluͤthe gelangte, deren ſie ſich gegenwaͤrtig erfreut. Um ſo mehr iſt es daher zu beklagen, daß es ihm, dem pflichttreuen, gewandten und in ſeinem Berufe ſich gluͤcklich fuͤhlenden Leh⸗ rer nicht vergoͤnnt war, laͤnger zum Segen der Anſtalt zu wirken; daß er ſchon in noch nicht vollendetem zwei und vierzigſten Jahre durch den Tod da⸗ hingerafft wurde. Wo indeß die Vorſehung ruft, da darf der Menſch nur ſchwei⸗ gend anbeten. Der uͤber den Sternen thront, der erkannte ſein Tagewerk als voll⸗ bracht, und wenn Er ihn aus dieſer Zeitlichkeit abrief, ſo geſchah es nur, um ihm fuͤr ſein eifriges Arbeiten zum Wohle ungluͤcklicher Mitmenſchen den verdien⸗ ten Lohn zu ertheilen. Er entſchlief ſanft, geſtaͤrkt durch die Troͤſtungen der hei⸗ ligen Religion. Bei ſeiner Beerdigung gab ſich die allgemeine Theilnahme auf das deutlichſte zu erkennen: die Zoͤglinge der Anſtalt trauerten uͤber den Verluſt eines geliebten Vaters, die Lehrer uͤber den Verluſt eines langjaͤhrigen Freundes und friedliebenden Collegen, die Einwohner Cambergs uͤber den Verluſt eines edlen, geſchaͤtzten Mitbewohners. Er ruhe in Frieden! Sein Andenken bleibt im Segen. Von ihm ſind zwei Abhandlungen in fruͤheren Einladungsſchriften zur Taubſtummen⸗Pruͤfung erſchienen, naͤmlich in den Jahren 1834 und 1840. Den Abdruck der letzteren„uͤber die Charaktere der Taubſtummen“ hat er leider nicht mehr erlebt. 6


