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Leitung des Bibliothekars Dr. Velckmar den Schilerm des Gymnasiums in der Regel täglich zum Gebrauch offen steht, wurden aus den für dieselben ausgeworfenen Mitteln durch neue Ankäufe soviel als möglich vermehrt. Zum Geschenk erhielt sie eine Reihe von Universitäts- u. Gymnasial-Programmen, theils vom Director, theils von dem Bibliothekar, ferner die Dissertatio de interpretatione Timaei a Cicerone relicta, die disputatio de anno Delphico sowie die Proömien zum Göttinger Lections-Catalog vom Hrn. Professor C. Fr. Hermann in Göttingen; ein Werk des ehemaligen Rectors des Gymnasiums, Dr. Conrad Mel vom Primaner W. Brand, eine Ausgabe des Justin ex rec. Gronov. Nürnberg 1817 und Charles XII. par Voltaire, herausg. von Schiebler von dem Abiturienten Wachenfeld, ein Programm der hiesigen Töchterschule von den Vorstehern derselben. Die sämmtli- chen ältern und neuern Programme, namentlich die durch Kurfürstliches Ministerium des Innern jährlich mitgetheilten Königlich Preußiſchen, Köuiglich Sächsischen, Königlich Hannöverschen, Grobßherzoglich- ud Herzoglich- Sächsischen, sowie die bei der Landes- Universität erschienenen jährlich übersendeten Programme, Lectionscataloge und Disser- tationen, sind von dem Bibliothekar sämmtlich geordnet und verzeichnet.
Auch der mathematisch-physikalische Apparat erhielt durch einige Ankäufe einen Zuwachs, und die von den Kurfürstlichen Bergämtern übersendeten hessischen Minera- lien wurden von dem Lehrer der Naturgeschichte, Dr. Creuzer, in einem Sehranke nie- dergelegt und geordynet.
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Was die Ertheilung der dem hiesigen Gymnasium schon von seinem Stifter dem Abt Michael im Jahr 1570 zugewiesenen Beneficien betrifft, die in 10 ganzen, d. h. Mit- tags- und Abend-, und in 20 halben, d. h. Mittags-Freitischstellen bestehen, so geschieht dieselbe halbjährig, wo in der Regel nur Vacanzen eintreten, auf den Vorschlag des Directors durch Kurfürstliches Ministerium des Innern. Die Nachsuchenden haben zur Begründung ihrer Bedürftigkeit ordnungsmäßige, an Kurfürstl. Ministerium des Innern zu richtende Vorstellungen nebst obrigkeitlichen wohl beglaubigten Vermögens-Zeug- nissen an den Director einige Zeit vor dem Ablauf des Halbjahrs einzusenden, worauf von jenem die Entscheidung Kurfürstlichen Ministeriums im Anfang des Halbjalirs be- kannt gemacht wird. Das Beneficium wird immer nur auf ein Halbjahr ertheilt, und bei hervortretender Unwürdigkeit auf kürzere oder längere Zeit oder für immer entzogen. In jedem Herbst haben alle, auch die, welche schon bisher im Genuß des Beneficiums waren, neue Vorstellungen an Kurfürstliches Ministerium und Vermögens-Zeugnisse
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