Aufsatz 
Die Metapher in den Dramen Victor Hugos : 2. Teil / von Ernst Degenhardt
Entstehung
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Schlufsbetrachtung.

Alle Kritiker und Litterarhistoriker, möge ihre Stellung zu Victor Hugo, ihre Ansicht über den Wert seiner Werke sein, Felcho sie wolle, alle stimmen darin überein, dals der Dichter die französische Sprache beherrscht und bereichert hat wie nur wenige vor ihm. Vinet rühmt ihn z. B. mit den Worten:Depuis Rabelais la langue n'avait pas trouvé cette luxuriante exubérance(a. a. O. pg. 226)... En fait d'images hardies et frappantes un seul poète a surpassé Victor Hugo... c'est l'humanité.(a. a. O. pg. 228). Lanson würdigt den Gebrauch des bildlichen Ausdrucks bei Hugo folgendermaſsen:Sa forme originale, c'est la métaphore continue. Seulement la métaphore chez lui n'est pas un procédé d'écrivain laborieux, c'est... l'allure spontanée de la pensée. Aussi... la métaphore n'est-elle jamais banale chez lui: toujours rafraichie à sa source... elle peut étre bizarre, ridicule, elle est toujours vraie et naturelle.(a. a. O. pg. 1033). François Coppée kleidet in seiner Vorrede zu Duvals 1) Dictionnaire des métaphores de Victor Hugo, Paris 1888, seine Bewunderung für den Reich- tum des Dichters an Metaphern in die Worte:L'armée de Xerxes a défilé devant nous. Victor Hugo est celui qui a inventé le plus d'images, et les mieux suivles, les plus frappanies, les plus magnifiques.

Aber auch an Stimmen, welche Victor Hugos bunt gefärbte Sprache tadeln, hat es nicht gefehllt, weder in Frankreich noch bei uns. Vinet gesteht, nachdem er dem Dichter reiches Lob gespendet:De 1819 à 1834 quelle moisson, quel progres!.. II faut éclaircir ce fourré trop épais, afin d'y pouvoir passer; ces branches sont admirables, mais à tout moment elles vous donnent dans les yeux, et l'on arrive aveuglé. II incruste le diamant dans le diamant; c'est méconnaitre l'heureux effet des repos et des contrastes. Unter den deutschen Lilterar- historikern spricht sich u. a. Julian Schmidt mehrfach recht herb über Victor Hugos Bilder- sprache aus. So sagt er z. B.:Die Farben und Bilder sind z. T. schön, aber sie gehen nicht unmittelbar aus der Stimmung hervor, und man merkt in dem Gesuehten der Wendung eine gewisse Herzenskälte heraus.Er hat den Werkstätten und Laboratorien die seltensten Ausdrücke entlehnt, aber es macht den Eindruck, als ob er eine Palette auf die Leinwand geklebt statt eines ausgeführten Gemäldes, so verworren schillern diese glänzenden Farben durcheinander.

Die hier angeführten Urteile beziehen sich auf die Bildersprache des Dichters im allge- meinen, nicht speziell auf die der Dramen, und es ist nach der vorangegangenen Untersuchung über die Verwendung der Metapher in don einzelnen Bühnenwerken von Interesse, zu unter- suchen, inwieweit im besonderen die dramatischen Dichtungen Victor Hugos an dem der Bildersprache des Dichters im allgemeinen gespendeten Lob und Tadel zu partizipieren haben.

Welcher kolossale Reichtum an Metaphern sich gerade in den Dramen des Dichters findet, und wie die verschiedenen Bilder sich auf die einzelnen Werke und Anschauungsgebiete verteilen, wird am besten durch die beigelüsie Tabelle veranschaulicht.

¹) Das Buch selbst kann auf Vollsraudigkeit keinen Anspruch erheben. Die Ueralbern, die es enthält, sind zudem lediglich alphabetisch untereinander gestellt.