Das Beobachten.
Die folgenden Blätter bieten keine eigentliche vollſtändig durchgeführte Abhandlung; ganz abſichtlich iſt Vieles nur angedeutet worden. Es ſoll hauptſächlich angeregt werden. Die erſte Anregung habe ich ſelbſt empfangen, denn während der Arbeit bin ich auf gar Manches aufmerkſam geworden, das mir bisher entgangen war, und das ich von nun an zu beachten gedenke. Ich hoffe nun, daß auch mancher meiner Berufsgenoſſen das hier Geſagte prüfen und nach 1 Theſſ. 5, 21 verfahren wird.
Wenn es wahr iſt, daß alle Erkenntniß von der An⸗ ſchauung ausgeht, ſo müßten wir Lehrer den Schülern, damit dieſe Kenntniß von den Dingen bekommen, Gelegenheit zur Anſchauung geben. Das iſt keine neue Lehre. Aber wird ſie auch überall ſo, wie es recht iſt, befolgt? oder wird ſie manchmal vernachläſſigt? Und begnügt man ſich nicht um⸗ gekehrt bisweilen mit der Anſchauung und der äußeren Er⸗ kenntniß, ohne auf die Urſachen der Erſcheinungen und auf den Zuſammenhang des einzelnen Erkannten mit Andrem hinzuweiſen? Das ſind Fragen, nicht unwerth eines genaueren Eingehens. Ich wollte für diesmal nicht das Anſchauen im Allgemeinen behandeln, ſondern insbeſondere das Beob⸗ achten, und verſuchen, ſeinen Werth für die Bürgerſchule und deſſen Grenzen genauer zu beleuchten.
Was heißt nun eigentlich beobachten? Ich ſchlage
auf, was die Meiſter unſerer Sprache, die Brüder Grimm, . 1*


