Aufsatz 
Zur Inversion der römischen Eigennamen : I. Cicero bis Livius
Entstehung
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Für freigeborene Männer gaben die Alten ſelbſt den dreifachen Namen an(M. Tullius Cicero), beſtehend aus dem Pränomen als Bezeichnung der Perſon, dem Nomen als Bezeichnung der Gens und dem Cognomen als Bezeichnung der Familie.... Die Reihenfolge der Namen iſt regelmäßig die, daß auf das Pränomen das Nomen und auf dieſes das Cognomen folgt, und gute Proſaiker wie Cicero und Cäſar beobachten durchaus dieſe Regel, während Dichter das Pränomen auch an die zweite Stelle ſetzen, und wenn Perſonen überhaupt unvollſtändig, d. h. mit Weglaſſung des Pränomens bezeichnet werden, was in mündlicher Unterhaltung ohne Zweifel immer vorkam, in der Scheiftſprache aber ſeit Cäſar üblich wird, die meiſten Schriftſteller das Cognomen bald vor bald hinter das Nomen ſtellen. Dieſe auf die Beobachtung des Gebrauchs der Schriftſteller und Inſchriften gegründeten Ausführungen Marquardts) ſind, ſoweit ſie ſich auf den dreiteiligen Namen beziehen, heute unangefochten. Die wenigen Beiſpiele von Nach⸗ ſtellung des Vornamens hinter den Geſchlechtsnamen bei Varro und Livius ſind von Guſtav Lahmeyer als kritiſch unſicher nachgewieſen. ²) Auch die Beſtimmungen der lex lulia municipalis³) können einen Zweifel an der feſten Reihenfolge der tria nomina in Proſa nicht aufkommen laſſen. Wenn darin von allen römiſchen Bürgern die Angabe der nomina, praenomina, patres oder patroni, tribus und cognomina verlangt wird, ſo mag da ein für uns nicht mehr erkennbarer

¹) Handbuch der röm. Altertümer VIl!? 8 9.

2) G. Lahmeyer. Über die Reihenfolge der Eigennamen bei den Römern, Philologus XXII(1865) S. 468 ff.

³) C. I. L. I 206, 146.