Vorwort.
„— Gtrosser ruhm trifft seltener den, der sich auf einer schon betretenen bahn hervorthut, als den, der zuerst eine neue bahn bricht und ein thor auſthut, das dem blicke eine bisher noch unbekannte weite aussicht eröffnet. Und bei dem Homer gibt es veranlassung, dieser vermuthung raum zu geben. Er steht an der spitze der heroischen poesie, und vor ihm wird keiner genannt. Fiæxere fortes ante Agamemnona multi, sed omnes illacrimabiles urgentur ignotique longa nocte, carent quia vate sacro. Neben ihm steht die didaktische dicht- kunst und nicht an ihrer spitze, sondern nur als ältestes vorhandenes beispiel Hesiodus, von dem nach der von uns aufgestellten hypothese wahr sein kann, was Cicero de senectute c. 15. meint, dass Homer multis saeculis vor ihm ge- lebt habe. Es fragt sich nun, welche poesie älter sei, die epische oder die didaktische. Uns scheint, wenn auch andere der entgegengesetzten meinung sind, der didaktischen der vorzug des alters zu gebühren. Die alten sagen der Griechen versetzen die Musen und ihr gefolge, eine anzahl fabelhafter dichter- namen, in das alte Thracien, Pierien und die benachbarten gegenden, zu denen auch der wohnsitz des Hesiodus gehört. Homer nennt von allen jenen sängern bloss den Thracier Thamyris und bestätigt dadurch wenigstens auch seinerseits A*


