Aufsatz 
Emendationes Lysiacae
Entstehung
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Zahl der Oberlehrerstellen am Gymnasium um eine, die zehnte, vermehrt, und dieselbe dem ordentlichen Gymnasiallehrer Dr. Prätorius übertragen. In die ordentlichen Lehrerstellen rückten die folgenden Lehrer nach.

Durch Verfügung derselben Behörde vom 16. Mai 1874 wurde Dr. Kius zum ordentlichen Lehrer ernannt, und laut Verfügung vom 28. Mai 1874 der Oberlehrer Dr. Auth I. mit der Bearbeitung der katholischen Elementarschulangelegenheiten bei der hiesigen Königlichen Regierung beauftragt.

Ferien waren während des Sommerhalbjahres vom 4. Juli bis zum 3. August. An der während derselben abgehaltenen Ferienschule nahmen 62 Schüler Theil.

Nach dem Ablaufe der Sommerferien wurde der Schulamtscandidat Stoll dem hiesigen Gymnasium als Probe-Candidat zugewiesen.

Die Abiturientenprüfung zum Herbsttermine 1874 wurde in ihrem schriftlichen Theile vom 11. August bis zum 17. August, in ihrem mündlichen Theile unter dem Vorsitze des Provinzial- Schulrathes Dr. Rumpel am 23. September abgehalten.

Zur Feier des Tages von Sedan betheiligte sich die Anstalt am 2. September an dem von der Stadt Cassel eingerichteten Festzuge nach der Carlsaue und unternahm Nachmittags in Begleitung einer groszen Anzahl von Angehörigen der Schüler einen Ausflug mittelst Extrazuges nach Wilhelmsthal.

Am 14. September beehrten Ihre Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin das Gymnasium mit einem Besuche, besichtigten die Aula und verschiedene Klassenzimmer und bestätigten die schon früher bewirkte Anmeldung Höchstihres ältesten Sohnes für die Klasse Ober-Secunda.

Das Sommerhalbjahr wurde am 26. September mit öffentlicher Prüfung der Herbst-Klassen und einer Schluszandacht beschlossen, nach welcher die sieben Abiturienten entlassen wurden.

Das Winterhalbjahr und mit ihm ein neues Schuljahr für die Herbst-Klassen(Sexta bis Unter-Secunda) begann am 12. October 1874.

Mit dem Beginne des Winterhalbjahres verliesz der Hülfslehrer Martin das Gymnasium, um eine ihm an der höheren Bürgerschule zu Schmalkalden übertragene Lehrerstelle zu übernehmen. Dagegen trat der Probe-Candidat Stoll als Hülfslehrer ein.

Adolf St oll, geboren zu Hadamar am 15. Mai 1850, ev. Conf., besuchte das Gymnasium in Weilburg, studierte von Ostern 1869 bis Herbst 1873 classische Philologie und Geschichte in Leipzig, Berlin und Marburg und bestand am 8. Juni 1874 in Marburg die Prüfung pro facultate docendi.

Durch Verfügungen Königlichen Provinzial-Schulcollegiums vom 31. Juli, bezw. 9. December und 30. September, wurde dem Dr. Prätorius die neunte, dem Dr. Zuschlag die zehnte Oberlehrerstelle übertragen, und der ordentliche Lehrer Wagner(s. über denselben das Programm von 1873, S. 37.) vom Gymnasium zu Wiesbaden hierher versetzt. Die Reihenfolge der ordentlichen Lehrer wurde hiernach in der unten(S. 50) angegebenen Weise festgestellt.

Am 12. October beehrte Se. Groszherzogliche Hoheit der Prinz Alex ander von Hessen das Gymnasium mit einem Besuche, um der Anstalt Höchstseinen jüngsten Sohn als Schüler zuzuführen. Die alljährliche Abendmahlsfeier für die evangelischen Lehrer und Schüler des Gymnasiums

war am 7. November in der St. Martinskirche; es betheiligten sich 9 Lehrer und 119 Schüler. 7