Aufsatz 
Beiträge zur Erklärung des Sallust
Entstehung
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Beiträge zur Erklärung des Sallust.

Von Dr. L. Conzen.

I.

Cat. 13, 1. Nam gquid ea memorem, quae nisi iis qui videre nemini credibilia sunt, a privatis com- pluribus suboorsos montis, maria consträucta esse.

Die Lesart der meisten und besten Handschriften ist constrata, in vielen durch ein darüber- geschriebenes uc geündert, einige haben constructa, andere contracta. Welche von diesen Lesarten die richtige sei, darüber ist vielfach gestritten worden, und die Erklärungen gehen sehr auseinander. In den meisten Ausgaben ist jedoch jetzt constructa als die bessere Lesart aufgenommen worden. Am ausführlichsten behandelt die Frage Kviéala in der Zeitschrift für die österreichischen Gymnasien 1863, der sich für constrata entscheidet, wenn er auch constructa nicht ganz abweisen kann. Bei der Ent- scheidung über die richtige Lesart handelt es sich, da die Codices schwanken, zuerst darum: was will der Schriftsteller mit dem Ausdrucke sagen, und ist das, was er ausdrücken will, auch in den Worten enthalten? Sallust schildert in den unserer Stelle vorausgehenden Kapiteln die Entartung der Römer, ihre Ausschweifungen, und gibt Beispiele für die Masslosigkeit derselben. Als sie anfingen reich zu werden, und als der Sinn für Tugend verloren ging, verfielen sie in Ueppigkeit und Habsucht. In Folge hiervon begnügten sie sich selbst nicht mit dem, was ihnen die Natur bot, sondern sie verfielen auf die extravagantesten Neigungen und Arbeiten; sie erbauten die prächtigsten Wohnhäuser und Landsitze, die den Raum von Städten einnahmen; sie stürzten sogar die Natur um, indem sie da, wo Berge waren, dieselben abgruben und da, wo Land war, Meere anlegten; 1wo Erhöhungen waren, schufen sie Ebenen, und wo Ebene war, vertieften sie dieselbe und schufen Meere.

Mit den beiden Ausdrücken subvorsos montis und maria constructa, die in scharfem Gegen- satz zu einander stehen, will Sallust also die Masslosigkeit der Römer in ihren Bauten kennzeichnen. Bei der Lesart constrata maria, die nur als überdeckte, überbrückte Meere aufgefasst werden kann, wäre aber ein Gegensatz zum subvortere montes doch nicht eigentlich ausgedrückt.

Der Ausdruck consternere mare findet sich sehr oft und ist ganz üblich gewesen, bedeutet aber überall nur: bedecken, gewöhnlich verbunden mit einem Ablativ. So:

Caes. bell. Gall. VIII, 14 pontibus palude constrata, also im eigentlichen Sinne ein mit Brücken überdeckter Sumpf. Liv. XXXV, 49. consternit maria suis classibus. Curt. IX. 6, 7. classibus mare consternit. IX. 8, 5. ut videre totum amnem navigiis constratum. Auch ohne Ablativ findet es sich so: Cic. Verr. V, 40, 104. naves constratae, Schiffe mit Verdecken

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