3³3
verhinderten Lehrer durch die Amtsgenoſſen bewirken ließ, ſo iſt aus dieſen Verhinderungen ein erheblicher Nachtheil für das Gymnaſium nicht hervorgegangen und die Erreichung des Lehrzieles in den einzelnen Claſſen und Unterrichtsgegenſtänden nicht beeinträchtigt worden. Dem Conretor Dr. Deutſchmann, welcher in dem vorhergehenden Schuljahre erkrankt war, wurde, um ſeine Wiedergeneſung zu erleichtern, eine etwas ermäßigte Lehrſtundenanzahl zugetheilt und iſt dadurch die Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit in erfreulicher Weiſe gefördert worden. Der Geſundheitszuſtand der Schüler, zu deſſen Hebung von der Anſtalt unausgeſetzt durch Anwen⸗ dung aller gebotenen Mittel gewirkt wurde, hat ſich im verfloſſenen Schuljahre in erheblicher und ſichtbarer Weiſe verbeſſert und die in dieſer Hinſicht erzielten Erfolge berechtigen uns, von der Zukunft noch günſtigere Ergebniſſe zu erwarten. Die Zahl der Schüler, welche durch Un⸗ wohlſein dem Schulbeſuche entzogen wurden, hat ſich bedeutend vermindert und nur ſehr wenige Schüler ſind für längere Zeit durch Krankheit von dem Beſuche der Lehrſtunden abgehalten worden. Leider kehrte ein Schüler nach den Herbſtferien, ein anderer nach den Weihnachtsferien nicht wieder zu uns zurück und bald nachher erhielten wir die betrübende Nachricht von dem Tode derſelben, welcher im Elternhauſe nach kurzer Zeit erfolgt war.
11. Chronik des Gymnaſiums.
Dem Beginnen des Schuljahres ging am 20. April die Prüfung der 33 zur Aufnahme in das Gymnaſium angemeldeten Schüler voran, von welchen 15 in die VII., 5 in die VI., 3 in die V., 9 in die IV., 1 in die II. aufgenommen wurden.
Am 21. April wurde das Schuljahr mit feierlichem Gottesdienſte in den Kirchen beider Confeſſionen eröffnet und hierauf verſammelten ſich Lehrer und Schüler in der Aula, wo der Director eine Anrede an die Schüler hielt und nach derſelben die Schulgeſetze verlas und erläu⸗ terte, auf welche die neu aufgenommenen Schüler verpflichtet wurden.
Am 23. April nahm der Unterricht in allen Claſſen ſeinen Anfang.
Am 27. April wurde für den Primaner Joſeph Kuhl, welcher das ganze vorausgegangene Schuljahr hindurch wegen Krankheit dem Unterricht nicht hatte beiwohnen können und am 13. April in ſeinem Heimatorte Guckheim an der Auszehrung geſtorben war, ein Seelenamt gehalten, welchem die katholiſchen Lehrer und Schüler beiwohnten.
Am 11. Mai fand auf dem Turnplatze die feierliche Eröffnung der gymnaſtiſchen Uebungen für das Sommerſemeſter ſtatt. Nachdem die Feier durch ein vaterländiſches Lied eingeleitet worden war, hielt der Oberprimaner Carl Lade von der mit Fahnen geſchmückten Rednerbühne herab eine Rede uͤber den Werth und die Bedeutung der körperlichen Uebungen für die Schüler höherer Lehranſtalten und ſchloß mit einem dreimaligen Hoch auf Seine Hoheit den Herzog, in welches ſowie in die Nationalhymne, mit welcher die Feier beſchloſſen wurde, auch die auf dem Turnplatze in großer Anzahl verſammelten Jugendfreunde einſtimmten.
Am 14. Mai wurden von Lehrern und Schülern gemeinſchaftliche Spaziergänge unter⸗ nommen und zwar von den Primanern und Secundanern nach Limburg, von den Tertianern und Quartanern nach Beſelich und Obertiefenbach, von den Quintanern, Sextanern und Sep⸗ timanern nach Dorchheim.
Die Pfingſtferien dauerten vom 26. Mai bis zum 4. Juni.


