Aufsatz 
Einleitung zur Geschichte der vier Grafen von Nassau auf dem Erzstuhle von Mainz
Entstehung
Einzelbild herunterladen

26

weiſe durch die dringend erforderliche Fürſorge für die Geſundheit der Schüler veranlaßt worden und die ſeitherige Erfahrung hat gezeigt, daß die Erfolge des Unterrichts durch die erwähnte Verminderung der Lehrſtunden keineswegs beeinträchtigt worden ſind. Durch dieſe Re⸗ duction wurde es möglich, in dem Stundenplane für das verfloſſene Schuljahr alle Lehrſtunden von 4 5(init alleiniger Ausnahme zweier engliſchen Stunden, welche jedoch nur von einem Theile der Schüler beſucht wurden) zu beſeitigen, worin ein um ſo größerer Vortheil erkannt werden muß, als jene Lehrſtunden nicht nur die zur Erholung und körperlichen Bewegung er⸗ forderliche Zeit beſchränkten, ſondern auch während eines großen Theiles des Schuljahrs einen rachtheiligen Einfluß auf die Sehkraft der Schüler ausübten, von welchen unverhältniß⸗ mäßig viele an Augenſchwäche und Kurzſichtigkeit litten. Außerdem wurde jeder Ueberladung der Schüler mit häuslichen Arbeiten durch geeignete Anordnungen und durch Uebereinkunft der einzelnen Lehrer entgegengewirkt. Ueberhaupt wurde auf Erhaltung und Kräftigung der Ge⸗ ſundheit der Schüler ſowie auf die körperliche Ausbildung derſelben eifrige und unausgeſetzte Sorge verwandt und demgemäß nicht nur der Gymnaſtik eine möglichſt umfaſſende und nach⸗ haltige Pflege gewidmet, ſondern auch in den Einrichtungen und Anordnungen der Schule Alles vermieden, woraus ſich nach irgend einer Seite hin ein nachtheiliger Einfluß auf die Geſundheit der Schüler hätte beſorgen laſſen. Im Allgemeinen wurde der Grundſatz feſtgehalten, daß die Schüler täglich wenigſtens zwei Stunden, mit Einſchluß der für Turnen, Exercieren, Schwim⸗ men, Schlittſchuhlaufen u. ſ. w. beſtimmten Zeit, zur Erholung und zur Bewegung im Freien zu verwenden haben müßten. Zu letzterer und zur Uebung der körperlichen Kräfte wurden die Schüler fortwährend angehalten und überall die Bewahrung eines richtigen Verhältniſſes zwi⸗ ſchen geiſtiger Anſtrengung und Erholung erſtrebt. Den Schülern wurde insbeſondere zur Pflicht gemacht, die Zeit nach dem Mittagseſſen bis 2 Uhr ſowie die Stunde nach Beendigung des Nachmittagsunterrichtes regelmäßig der Erholung und Bewegung zu widmen und ihnen demgemäß ausdrücklich verboten, in der Nachmittagszeit bis 2 Uhr und an denjenigen Tagen, an welchen Nachmittagsunterricht iſt, in der Stunde von 4 bis 5 Privatunterricht zu geben oder zu nehmen, da dieſe Zeit ausſchließlich zur Erholung und köorperlichen Bewegung verwendet werden ſoll. Von dieſem Verbote wurde aus äußeren Gründen vorläufig der Muſikunterricht noch ausgenommen, jedoch den Schülern dringend empfohlen, auch die Muſikſtunden, wenn irgend möglich, auf eine andere Tageszeit zu verlegen.

Der Communionunterricht für die katholiſchen Schüler wurde von Herrn Pfarrer Hart⸗ mann, der Confirmandenunterricht für die evangeliſchen Schüler von Herrn Pfarrer Schel⸗ lenberg und zwar in der Weiſe ertheilt, daß die Schüler des Gymnaſiums an dem für die Elementarſchüler ihrer Confeſſion angeordneten Unterrichte theilnahmen.

Von dem Unterrichte in der griechiſchen Sprache waren im Sommerſemeſter 3 Schüler dispenſirt, zu welchen im Anfange des Winterſemeſters noch 2 hinzukamen. Dieſe Schüler wohnten während der griechiſchen Lehrſtunden entweder dem Unterrichte in anderen Claſſen bei oder mußten ſich, wo dieſes nicht zweckmäßig erſchien, in ihren Wohnungen auf angemeſſene Weiſe beſchäftigen.

An dem für die künftigen Theologen und Philologen angeordneten Unterrichte in der he⸗ bräiſchen Sprache betheiligten ſich im Sommerſemeſter in der oberen Abtheilung 11, in der unteren 4, im Winterſemeſter in der oberen Abtheilung 12, in der unteren 7 Schüler.

An dem Unterrichte im Engliſchen nahmen Theil im Sommerſemeſter 7 Schüler in der

oberen, 16 in der unteren, im Winterſemeſter 5 Schüler in der oberen, 16 in der unteren Ab⸗ theilung.