Aufsatz 
Vitam M. Rhabani Mauri, primi Germaniae praeceptoris, festo ejus saeculari decimo ad imitandum juventuti exposuit
Entstehung
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28 dazu für Kl. VII 18 Schüler, 1 für VI, 3 für V, 4 für III neuer Ordnung, zuſammen 26 Schüler, deren Reception in die entſprechenden Klaſſen nach dem Schluſſe der Prüfung am 24. April erfolgte. Zu dieſen Prüflingen kam noch 1 Sextaner vom Gymnaſium zu Weilburg und 1 Oberſecundaner von Wiesbaden. So wurde am 25. die allgemeine Verſammlung gehalten mit 134 Schülern, und mit dem 26. April der regelmäßige Klaſſenunterricht begonnen. Das Sommerſemeſter dauerte, mit achttägiger Unterbrechung durch die Pfingſtferien, bis zum 13. Sept. 1855, und wurde an dieſem Tage durch die vorgeſchriebene öffentliche Herbſtprüfung geſchloſſen.

Nach den Herbſtferien vom 14. September bis zum 15. October begann mit letzterem Datum das Winterſemeſter 1855 56 durch Prüfung von 5 neu aufzunehmenden Schülern, welche die hohere Erlaubniß dazu ſich eingeholt hatten,*) und den 17. der neue Klaſſenuntericht mit 136 Schülern, worunter noch ein Primaner vom Weilburger Gymnaſium ohne Prüfung in dieſelbe Klaſſe war aufgenommen worden. In die Mitte dieſes Semeſters fielen die Chriſttag⸗ ferien vom 23. Decbr. 1855 bis zum 3. Januar 1856 und ſein Schluͤß auf den 15. März 1856.

Das Sommer⸗ und Winterſemeſter wurde eröffnet unter Erflehung des höhern Segens für das beginnende Werk in einem für beide chriſtliche Confeſſionen in der betreffenden Pfarrkirche beſonders gehaltenen Gottesdienſt, der nur zu Anfang des Sommers für die evangeliſchen Schüler unterbleiben mußte, weil der betreffende Religionslehrer, Herr Pfarrer Schellenberg, als Landesdeputirter vom Schulorte ferne war.

Zu den öffentlichen Schulfeſten, die das Gymnaſium, wie alljährlich, beging, als Mittel zur Erweckung und Belebung vaterländiſcher Geſinnung wie zur Förderung von Kunſtſinn, Anſtand und Geſchmack, gehört das am 24. Juli gefeierte Geburtsfeſt Sr. Hoheit unſers Herzogs Adolph, womit zugleich die Begehung des Stiftungsfeſtes der von Ihm wiederbegründeten Lehranſtalt verbunden wurde. Der Tag war ſchulfrei, und hatte in der Frühe eine kirchliche Andacht in der katholiſchen wie proteſtantiſchen Pfarrkirche ſtatt. Um 10 Uhr Vormittags war ein Gymnaſial⸗ concert mit Schülerproductionen in Geſang und Rede, wobei über die Doppelbedeutung des Feſtes Herr Profeſſor Schmitt zu beherzigende Worte ſprach. Am Nachmittage endlich war geſellige Unterhaltung und Tanz in einem freundlichen Gartenlocale der Stadt, die bis zum ſpäten Abende währten. Die Theilnahme der Behörden und Bewohner der Stadt, wie der Schul⸗ und Jugendfreunde aus der Nähe müſſen wir des ſchönen Zweckes wegen, dem ſie galt, ſehr dankbar hervorheben. Am 16. December 1855 hatte das Gymnaſium ein zweites Concert ver⸗ anſtaltet zur Weihnachtsfeier, das einer gleich großen Betheiligung ſich erfreuen durfte und in milden Gaben eine relativ erhebliche Summe zur Unterſtützung von Armen einbrachte.

Die Einführung des Herrn Collab. Bogler in ſeine hieſige Dienſtſtelle hatte am 12. Juni vor verſammelten Lehrern und Schülern ſtatt und wurde von Herrn Profeſſor Schmitt, der als dienſtälteſter Lehrer die Stelle des abweſenden Directors vertrat, in entſprechender Weiſe vollzogen.

Die 13 Oberprimaner, welche nach S. 37 des vorigjährigen Programmes zur Maturitäts⸗ prüfung für Oſtern 1855 waren zugelaſſen worden, und den ſchriftlichen Theil derſelben vom 1. bis 10. Februar 1855 gefertigt hatten, wurden vom 21. 23. März d. J. unter Vorſitz des Herrn Regierungsrathes Dr. Firnhaber und des Herrn Schul⸗Referenten Decan Petmecky, als Regierungs⸗Commiſſarien, mündlich geprüft. Unmittelbar nach derſelben wurde das Prü⸗ fungsreſultat unter Betheiligung dieſer Herren zuſammengeſtellt und durch den Herrn Commiſſarius

*) Zur künftigen Verhütung von ſtets vorkommenden Irrthümern werde hier ausdrücklich erwähnt, daß eine Aufnahme in's Gymnaſium im Herbſte, weil mitten im Curſus, ordnungsmäßig nicht ſtattfindet, und daß dazu die böhere Erlaubniß der Herzoglichen Landesregierung von den betreffenden Eltern vorher erwirkt werden muß.