Die französische Stilistik ist ein bis jelzt noch wenig angebautes Feld. Zwar ſinden sich hier und da theils in Wörterbüchern und Grammaliken— Grammalik und Stilistik sind ja nicht immer scharf gegen einander abzugrenzen—, theils in andern Hülfsbüchern einschlagende Bemerkungen, woran auch ich es nicht habe fehlen lassen. Indessen als Ganzes ist die Stilistik bis jetzt noch von niemanden bearbeitet worden. Hierzu nun einen geringen Beitrag zu liefern, sind folgende Zeilen bestimmt. Zu diesem Ende habe ich die Wendungen von faire und empécher?) mit Inſinitif gewählt, theils weil mir meine Sammlungen hierzu den nöthigen Stoff lieferten, theils weil diese Wendung zu den hervorstechendsten Eigenthümlichkeiten des französischen Stils gehört, weshalb man wohl sagen kann, dass, wer sich dieselben recht zu eigen gemacht, sich ein gutes Stück vom Geist des französischen Stils angeeignet hat. Daher hoffe ich meinen Collegen, so wie eifrigen Schülern einen Dienst zu erweisen, wenn ich diese Redeweise in ihren verschiedenen Richtungen verfolgend mit einer hinreichenden, grösstentheils aus den Schriftstellern entlehnten Anzahl von Beispielen belege.
In meiner Darstellung werde ich der deutschen Sprache folgen und die ver- schiedenen Wendungen nachzuweisen suchen, welche dieselbe gebrauchen muss, um die französische ihrem eigenen Genius gemäss wiederzugeben.
*) Empeécher ist ja nichts anderes als die Negation von faire, und es wird um so weniger auffallen, beide hier verbunden zu sehen, je mehr die folgenden Beispiele zeigen werden, dass sie, die Negation ab-
gerechnet, einige Wendungen im Deutschen vollkommen theilen. 1


