Aufsatz 
Kulturbestrebungen und Schule in Chile
Entstehung
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Im Winterhalbjahr ist an der Schule fakultativer Handfertigkeitsunterricht eingeführt worden und zwar im Pappen und Schnitzen. Die Anmeldungen zu diesem Unterricht waren so zahl- reich, daß anstatt dreier in Aussicht genommener Abteilungen deren 5 eingerichtet werden mußten und zwar 3 Papp- und 2 Schnitzkurse. Von diesen Kursen werden 2 Pappkurse von Herrn Jasper, die anderen von Herrn Oberlehrer Morin II geleitet. Der Unterricht findet an schulfreien Nach- mittagen statt. Die Beschäftigung in diesen Stunden ist für unsere Knaben keine Spielerei, im Gegenteil: es wird von ihnen bei dem Anfertigen der kleinen Arbeiten äußerste Sauberkeit und Genauigkeit verlangt, jede flüchtige Arbeit wird zurückgewiesen. Trotzdem kommen die Jungen gern. Es ist eine Freude, sie in ihren Arbeitsschürzen mit Pinsel und Scheere, mit Messer und Hobel hantieren zu sehen. Zu Anfang stellten sich einige Knaben unglaublich ungeschickt an. Es ist jedoch gelungen, alle zu fördern, das Auge und die Hand zu bilden, so daß auch andere Unterrichtsfächer, vor allem die Mathematik, Nutzen daraus ziehen werden.

Daß der Verkehr zwischeu Lehrer und Schüler ein viel freundschaftlicherer, das gegen- seitige Kennenlernen ein viel leichteres und die Rückwirkung auf die Schule selbst wieder segensreich ist, bedarf kaum der Erwähnung. Wir hoffen, dass der Handfertigkeitsunterricht, den wir vorläufig nur während des Winterhalbjahres betreiben wollen, auch weiterhin von den Schülern so eifrig besucht wird und uns Gelegenheit giebt, auch außerhalb der wissenschaftlichen Stunden unsere Schüler nach besten Kräften zu fördern.

Herrn Jasper und vor allem Herrn Oberlehrer Morin II sind wir für die umsichtige Be- sorgung der Anschaffungen und die praktische Einrichtung der Arbeitszimmer zu grösstem Danke verpflichtet. Herr Oberlehrer Morin hat wochenlang jede freie Stunde geopfert, um die bestellten Materialien zu ordnen, zu inventarisieren und aufzustellen.

Auch sonst ist die Schule einigen Kollegen für freiwillige Arbeit Dank schuldig. Die Handbibliothek im Lehrerzimmer erfuhr eine sehr ausgiebige Vermehrung, die Programmsammlung wurde geordnet. Das Sammlungszimmer für den naturwissenschaftlichen Unterricht erhielt neue praktische Schränke, so daß eine andere Aufstellung der ganzen Sammlung notwendig wurde. Sämtliche Spirituspräparate wurden umgefüllt, alle Objekte neu bestimmt, mit einheitlichen Eti- quetten versehen und übersichtlich angeordnet. Bis auf die Insekten und Mollusken ist die Arbeit vollendet, wir hoffen hiermit im Laufe des Sommers fertig zu werden.

Den städtischen Behörden spreche ich für die mannigfachen außerordentlichen Bewilligungen, durch die seit langen Jahren gehegte Wünsche erfüllt werden konnten, den aufrichtigsten Dank aus.