Aufsatz 
Kulturbestrebungen und Schule in Chile
Entstehung
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Der Geburts- und Sterbetage Kaiser Wilhelms I. und Friedrichs III. wurde geziemend gedacht.

Der Frühlingsausflug wurde von der Schule am 1. Juni unternommen. Die einzelnen Klassen waren im Taunus, an der Bergstrasse, im Rheingau und im Frankfurter Walde.

In den Herbstferien unternahm Herr Oberlehrer Dr. Kuhl mit seiner Klasse(II) einen zweitägigen Ausflug in den Odenwald.

Am 4. September wurde auf Verfügung des Königl. Prov.-Schulkollegiums der Unterricht ausgesetzt, um den Schülern Gelegenheit zu geben, der bei Homburg stattfindenden Kaiserparade beizuwohnen.

Der Hitze wegen fielen am 24. und 29. Juni der Nachmittagsunterricht und die fünfte Stunde am Vormittag aus.

Der Nachmittag des 20. Januar wurde den Schülern zum Eislauf freigegeben.

Am Samstag, den 5., und Freitag, den 11. Februar, veranstaltete die Schule einen musi- kalisch-deklamatorischen Abend, zu dem die Eltern unserer Schüler sehr zahlreich erschienen. Das Programm umfaßte Deklamationen in deutscher, französischer und englischer Sprache, deren Stoff aus den betreffenden Lesebüchern genommen war, musikalische Vorträge einzelner Schüler und dann vor allem deutsche Lieder, die der unter der bewährten Leitung des Herrn Oberlehrers Dr. Winneberger stehende Gesangchor vortrug. Unser früherer Schüler, Herr Hermann Zilcher, erfreute noch die Zuhörer durch meisterhaft ausgeführte Klaviervortrage, unter denen eine eigene Komposition war. Die aus dem Konzert erzielten Einnahmen ermöglichten es, einen noch ausstehenden Rest für einen neuangeschafften Flügel in der Aula zu bezahlen und eine größere Summe zur späteren Erwerbung eines Harmoniums zurückzulegen.

In dem Lehrerkollegium fanden verschiedene Veränderungen statt. Mit Beginn des Schul- jahrs verließ Herr Oberlehrer H. Müller unsere Schule, um zunächst provisorisch, vom 1. Oktober 1897 an definitiv an die Wöhlerschule überzutreten. 10 Jahre hatte er dem Kollegium angehört und sowohl durch seine unterrichtliche Thätigkeit wie als Verwalter der Bibliothek für die Schule fruchtbringend gewirkt und sich die Liebe seiner Schüler erworben. An seine Stelle trat Herr Dr. Paul Wohlfeil,*) der schon als Probandus und später als Hilfslehrer 1 ½ Jahre an der Schule thätig gewesen war.

*) Dr. Paul Wohlfeil, Sohn des im Jahr 1886 verstorbenen Rentiers Karl Wohlfeil, evangelischer Konfession, wurde am 1. März 1865 zu Berlin geboren. Seine Schulbildung erhielt er auf dem Sophien-Real- gymnasium seiner Vaterstadt, das er Ostern 1885 mit dem Zeugnis der Reife verließ, um sich auf der Kgl. Technischen Hochschule zu Charlottenburg dem Studium der Architektur zu widmen. Im folgenden Jahre gab er dieses Studium auf und studierte dann auf den Universitäten Berlin, Leipzig und Marburg romanische und eng- lische Philologie. Nachdem er gegen Ende des Jahres 1890 auf Grund seiner Dissertation:The Lay of Havelok the Dane. Ein Beitrag zur mittelenglischen Sprach- und Litteraturgeschichte in Leipzig zum Dr. phil. promo- viert worden war, erwarb er sich am 4. Mai 1894 die facultas docendi bei der Kgl. wissenschaftlichen Prüfungs- kommission zu Marburg. Zu seiner praktischen Ausbildung absolvierte er dann von Ostern 1894 1895 das Seminar- jahr an der mit der Klingerschule zu Frankfurt a. M. verbundenen Seminaranstalt und von Ostern 1895 1896 das pädagogische Probejahr zur einen Hälfte an der Adlerflychtschule und zur andern an dem Städtischen Gymnasium in Frankfurt a. M. Hierauf war er bis zu seiner Ernennung zum Oberlehrer als wissenschaftlicher Hilfslehrer an der Adlerflychtschule thätig.