Aufsatz 
Die Real- oder höhere Bürgerschule und die Volkswirtschaft / von Chun
Entstehung
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Schulnachrichten.

A. Lehrercollegium.

Nachdem Herr Dr. Thielmann mit der Verſehung der Schulſtelle in Eibach vom 1. Anguſt ab beauftragt worden war, wurde durch Decret vom 9. October 1862 ad Num. 29,467 Herr Reallehrer Roth von der Realſchule zu Hachenburg an die höhere Bürgerſchule verſetzt, und beſtand daher das Lehrercollegium ſeitdem aus nachfolgenden Mitgliedern: 1) Rector Polack, 2) Conrector Wagner, 3) Reallehrer Chun, 4) Collaborator Dr. Krebs, 5) Reallehrer Dillmann, 6) Lehrer Magnin, insbeſondere für das Franzöſiſche, 7) Real⸗ lehrer Roth, 8) Candidat Schenck, 9) Zeichenlehrer Müller, 10) Elementarlehrer Kröck, 11) Lehrer der Buchhaltung und Kalligraphie Friedrich. Ferner an den Vorbereitungsklaſſen: 12) Elementarlehrer Fiedler, 13) Elementarlehrer Buhlmann, 14) Elementarlehrer Zoll⸗ mann, 15) Elementarlehrer Stahl, zugleich Turnlehrer der Anſtalt. Ein beſonderer Fach⸗ lehrer für den Geſangunterricht wurde nicht angeſtellt, ſondern dieſer Unterricht Herrn Elementar⸗ lehrer Kröck übertragen.

Es folgen hier die biographiſchen Notizen des Hrn. Reallehrer Roth nach deſſen eigenen Angaben.

Ludwig Roth, geboren zu Wiesbaden, den 7. März 1827, evangeliſcher Confeſſion, beſuchte das Päda gogium ſeiner Vaterſtadt von Oſtern 1837 41, von da das Gymnaſium zu Darmſtadt bis Herbſt 1844, prevatifirte den Winter 184 ¾ 3 zu Weilburg, beſtand daſelbſt zu Frühjahr 1845 das Manuritätsexamen, beſuchte bis Herbſt 1845 die Univerſität Gießen, von da bis Oſtern 1848 die Landesuniverſität Göttingen, wo er ſich vornehmlich mit dem Studium der alten und neueren Sprachen beſchäftigte. Seine Militärpflichtigkeit rief ihn in die Heimath zurück. Im Sommer 1849 machte er den Feldzug nach Schleswig mit, privatiſirte alsdann zu Wiesbaden, ſtand von 1851 bis Frühjahr 1853 einer Privatanſtalt in St. Goarshauſen vor, wo er das Unglück hatte, durch einen Sturz die rechte Knieſcheibe zu zerſchmettern, ein Unfall, deſſen Heilung, ſoweit ſie noch möglich war, bis Sommer 1854 ſich verzögerte. Im Herbſte desſelben Jahres übernahm er die Leitung einer Privatanſtalt zu Rüſſelsheim im Heſſiſchen, von wo er zu Oſtern 1857, zunächſt proviſoriſch, an die Realſchule zu Hachenburg dirigirt wurde. Im Herbſte 1859 beſtand er die Prüfung für das mitt⸗ lere Reallehrſach, wurde mit 1. Jauuar 1860 definitiv in Hachenburg angeſtellt und in Folge Ver⸗ fügung Herzoglicher Landesregierung vom 9. October 1862 an die höhere Bürgerſchule zu Wies⸗ baden verſetzt.

Von litterariſchen Arbeiten aus dem Lehrercollegium ſind im Laufe des Jahres im Druck erſchienen:

J. P. Magnin, Chrestomathie du vieux français ou choix de morceaux tirés des prosateurs antérieurs au XVIIe siécze. Berlin, 1863.

B. Unterricht.

1I. Allgemeines.

Seit dem 1. Auguſt mußte in Folge der Verſetzung des Hrn. Dr. Thielmann der bis bahin in Anwendung geweſene Stundenplan durch Vertheilung der Lectionen desſelben an die übrigen Lehrer eine Veränderung erleiden, die beſonders die Klaſſen III. und IV. betrafen.