Aufsatz 
Die Belagerung von Frankfurt
(1552)
Entstehung
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Auch in dem Schuljahre 185 hatten wir einige Todesfälle unter unſern Schülern zu beklagen. Schon wenige Wochen nach ſeinem Eintritt in die Schule ſtarb Eugen Henſolt, Schüler der 7. Klaſſe; während der Herbſt⸗ ferien wurde Auguſte Gietz, Schülerin der 4. Klaſſe, den Ihrigen unerwartet durch den Tod entriſſen.

In den leider nicht ſeltenen Fällen, in denen die Wirk⸗ ſamkeit einzelner Collegen durch Erkrankung unterbrochen wurde, half die freundliche Bereitwilligkeit der Uebrigen, ſo daß nur ſelten die Hülfe von Vikaren in Anſpruch zu nehmen war: als ſolche haben übrigens die Kandidaten des Schulamts Kreuſcher und Jung uns nach Kräften unterſtützt.

In Bezug auf die Straf⸗ und Arbeitsſtunden trat keine weſentliche Veränderung ein. Die Aufſicht in den Strafſtunden(von 12 1 Uhr eventuell 12 2 Uhr; im Sommer von 11 12 oder 111 Uhr) führten die Herren Kreidel, Gräf und Baſtier. Leider iſt es noch nicht gelungen, dieſe in mehrerem Betracht unerfreuliche Zugabe zu den Unterrichtsſtunden nach Wunſch zu begrenzen. Doch geben wir die Hoffnung nicht auf, daß die Zahl derer, welche durchaus durch Zwang angehalten ſein wollen, nur den mäßigſten Anforderungen zu genügen, ſich mehr und mehr verringern werde, und rechnen ganz beſonders dabei auf die Mitwirkung der Eltern und Pfleger unſerer Schüler.

Was die ſchon erwähnten Arbeitsſtunden betrifft, ſo nehmen dieſelben unter der Leitung der Kollegen Herrn Barth und Kreidel ihren Fortgang. Was ich im vorigen Jahre über die Aufgabe dieſer Arbeitsſtunden bemerkte, habe ich diesmal lediglich zu wiederholen. Denn noch immer tritt bisweilen die Auffaſſung hervor, daß dieſe Arbeitsſtunden Nachhülfeſtunden oder wohl garPrivatſtunden ſeien: