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Bedrängniß Ungarn und die ganze Chriſtenheit von den Türken erfahren werde, wenn Moritz nicht einige Hülfer leiſte, ihn vermocht habe, den Vertrag zu unterzeichnen.“ Und doch trug er nochmals Bedenken, wie uns aus einem Briefe an Ferdinand vom 20. Auguſt 1552 erſichtlich iſt, ob er den Vertrag halten ſolle, da ihm die eingegangenen Bedingungen zu drückend ſchienen und er die Möglichkeit ſah, den gehorſamen Ständen jetzt raſch zu Hülfe zu eilen. Doch Ferdinand beſchwor ihn, dieſen Schimpf ihm nicht zuzuziehen.
Der königliche Kanzler wollte, wie der Bote meldete, am 2. Auguſt in die Stadt kommen und mit dem Obriſten und den Herrn Bürgermeiſtern Rückſprache nehmen. Allein obwohl man die Herberge und jeglichen Empfang ange⸗ ordnet hatte, ſo erſchien Herr von Plauen an dieſem Tage nicht. Erſt am 3. Auguſt, Morgens 10 Uhr, traf derſelbe am Mainzer Thor ein, wo ſich die beiden Herrn Bürger⸗ meiſter Johann von Glauburg und Johann Völker, der Obriſt Conrad von Hanſtein und Albrecht von Roſen⸗ berger, deſſen Obriſtlieutenant, die Herren von Ehe und Wolf Haller von Hallerſtein eingefunden hatten. Nachdem er Allen die Hand gereicht und auch mit ihnen geredet hatte, nahm er den Obriſten auf die Seite und ſprach mit ihm länger als eine Stunde. Darauf rief der Obriſt die beiden kaiſerlichen Commiſſäre zu ſich und redete mit dieſen. Nachdem trat der Kanzler auch zu den Herren Bürgermeiſtern, welche er bis dahin wenig beachtet hatte, belobte dieſelben wegen ihres und der Stadt trefflichen Ver⸗ haltens während der Belagerung und verabſchiedete ſich darnach wieder.
Schon am 29. Juli war der Vertrag, welchen die Geſandten des Königs Ferdinand überbracht hatten, zu


