33
weisung eines Schülers anzutragen, der weder durch die sorgfältigste Ueberwachung, noch durch die ernstesten Mittel der Disciplin dahin gebracht werden konnte, sich der Ordnung der Schule zu unterwerfen und den Zweck seines Hierseins zu erréeichen.— Eine consequente und gewissenhafte Beaufsichtigung der Schüler von Seiten der Kost- geber und Hausherrn, die in dem Schüler das Bewusstsein der steten Verbindung zwischen Schule und Haus wach erhält, wird, besonders in unserer Stadt, immer das beste Mittel sein, das Leben der Schüler auch da, wo sie nicht unter den Augen der Lehrer sich befinden, ordnungsmässig und den Anforderungen der Sitte entsprechend zu gestalten. Die Anstalt fühlt sich daher gedrungen, hier nochmals den auch in öffentlichen Blättern (Nassauische Landeszeitung) ausgesprochenen Wunsch dringend zu wiederholen, dass auswärtige Eltern, welche Söhne auf das Realgymnasium zu schicken beabsichtigen, sich doch ja über die Wahl eines zweckmässigen Logis mit der Direction oder mit, irgend einem Lehrer der Anstalt in Relation setzen möchten. Wir sind gerne bereit, geeignete Wohnungen nachzuweisen.
E. Physisches Wohl.
Ausser der schon oben erwähnten längeren Krankheit des Collaborators Lade sind ernstere Erkrankungen unter dem Lehrerpersonal nicht vorgekommen. Wenn einzelne wegen vorübergehenden Unwohlseins auf einen oder ein paar Tage ihren Unterricht auszusetzen genöthigt Waren, so wurden sie alsdann von ihren Collegen bereitwillig vertreten.— d
Durch den Tod verlor auch in diesem Jahre die Anstalt einen Schüler, den Unter- primaner Hermann Preusser aus Limburg, welcher nach längerem Leiden am 19. Juni 1864 dahier in den Armen seiner Mutter verschied.— Ein Schüler der Tertia wurde durch eine schwere Krankheit während des grössten Theils des Wintersemesters vom Schulbesuche abgehalten. Jetzt ist er wieder glücklich genesen, soll aber, um sich voll- ständig zu stärken, die Schule noch nicht besuchen. Leichtere Brkältungen in Folge des ungünstigen und lang andauernden Winters abgerechnet, war der Gesundheitszustand der übrigen Schüler befriedigend.
II. Chronik des Realgymnasiums.
Das Schuljahr 1864— 65 begann am 13. April mit der Prüfung der neuangemeldeten Schüler, 39 an der Zahl.
Den 14. April Eröffnung der Schule.
Die Pfingstferien dauerten vom 14. bis 23. Mai.
Den 23. Juli Vorfeier des Geburtstags Sr. Hoheit des Herzogs. Die Festrede war
dem Collaborator Lade übertragen worden; da derselbe jedoch erkrankt war, so erörterte 5


