16
saure Bittererde und schwefelsaures Manganoxydul erzeugten damit in siedendheissen, concentrirten wie verdünnten Lösungen hellgrüne Niederschläge; in der Kälte trat keine Reaction ein. Ganz ohne Wirkung zeigten sich die schwefelsauren Salze von Kobalt- und Nickeloxydul, sowie von Zink-, Cadmium- und Kupieroxyd.
100
II) Salpetersaures Salz. 2(40u0, NO.)+ 710.
Eine siedendheisse, verdünste Lösung von salpetersaurem Kupferoxyd verhält is gegen eine solche eines essigsauren Salzes ganz ähnlich wie die des Kupfervitriols, s erzeugt damit auch einen grünen Niederschlag. Geprüft wurden die essigsauren Sala von Kali, Natron, Kalkerde, Baryterde, Bittererde, Mangan-, Nickel- Kobaltoxydul, Zink- oxyd, Cadmiumoxyd, Kupferoxyd und Silberoxyd, sowie Bleizucker und Bleiessig. Sal- petersaures Ammoniak erzeugt in der Siedhitze einen sehr schwachen Niederschlag. Werden die Lösungen kalt zusammengebracht, so entsteht ebenfalls eine Trübung, die in vielen Fällen allmälig zunimmt und einen Niederschlag bildet, welcher aber niemals so stark erscheint, als wenn er in heissen Lösungen hervorgerufen wird.
Auch die ameisensauren Salze von Natron, Kalkerde, Baryterde und Bleioxyd, sowie propionsaures Natron und propionsaure Baryterde, endlich auch valerian- saures Natron erzeugten in siedenden, verdünnten*) Lösungen von salpetersaurem Kupferoxyd starke Niederschläge, welche in der Salzlösung längeres Kochen vertrugen, ohne dass eine Bräunung eintrat. In der Kälte trat auch in allen diesen Fällen sehr b ald Trübung ein. Glycolsaures und milchsaures Natron, sowie milchsaures Zink- oxyd hatten keine Einwirkung.
Die Empfindlichkeit der Reaction zwischen salpetersaurem Kupferoxyd und essig. sauren Salzen ist weit geringer als die bei Anwendung von Kupfervitriol beobachtete. Eine Lösung von essigsaurem Natron, welche ooo wasserfreies Salz enthielt, gab mit salpetersaurem Kupferoxyd nur eine äusserst schwache Trübung und ob bei grösserer Verdünnung noch ein Niederschlag erzeugt wird, blieb zweifelhaft, weil zwar Trübungen beobachtet wurden, die indessen stets eine olivenbraune Färbung besassen, ähnlich der, welche entsteht, wenn essigsaures Kupferoxyd in viel giedendes Wasser ge- bracht wird.
Dem entsprechend ist auch die Menge des Niederschlags, welche man aus weniger verdünnten Lösungen erhält, weit unbeträchtlicher als bei Anwendung von Kupfervitriol. Aus 41 Grm. Salpeter und 73,4 Grm. essigsaurem Kupferoxyd(fast 2 Aeq.) wurden 8,3 Grm. erhalten, während die Theorie die Bildung von 44,9 Grm. verlangt hätte, ein
*) Bei Anwendung von valeriansaurem Natron war die Verdünnung so stark, dass in der Kälte so- gleich kein Niederschlag entstand.


