Aufsatz 
Ueber das Verhalten gewisser Salze mit organischen Säuren zu Kupferoxydsalzen / von W. Casselmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

15

Spur Kupfervitriol statt hat, wodurch die obige Abweichung der Analyse von der Theorie hervorgerufen werden musste, eine Ansicht, welche sich übrigens begreiflicher Weise jeder experimentellen Prüfung entzieht.

c. Durch andere organische Kupferoxydsalze dargestellt.

Wird eine Lösung von ameisensaurem Kupferoxyd gekocht, so scheidet sich aus derselben ein basisches Salz ab, welches im Aeusseren so grosse Aehnlichkeit hat mit dem in Rede stehenden schwefelsauren Salz, dass von einer Prüfung des Verhaltens der Lösung des ameisensauren Kupferoxyds zu schwefelsauren Salzen in heissen Lösungen keine Rede sein kann. Die Thatsachen, dass der mit siedender Glaubersalzlösung nach Zumischen des Kupfersalzes entstehende Niederschlag bedeutende Mengen Schwefelsäure enthält, sowie, dass sich die Lösungen schwefelsaurer Salze von Kali, Natron, Mangan. oxydul, Nickeloxydul, Zinkoxyd und Cadmiumoxyd schon in gewöhnlicher Temperatur nach längerer Zeit mit ameisensaurem Kupferoxyd trüben, beweisen jedoch zur Genüge, dass letzteres sich in ähnlicher Weise mit schwefelsauren Salzen zersetzt wie das essig- saure Kupferoxyd*)

Eine Lösung von propionsaurem Kupferoxyd erzeugt beim Kochen einen nicht. sehr bedeutenden häutigen, sehr bald braun werdenden Niederschlag und fügt man die Lösung zu kochendheissem Wasser, so entsteht nur eine schwache Trübung. Ganz so verhält sich valerian saures HrbzerorS und wird bei diesem auch die in heissem Wasser entstehende Trübnng sehr bald braun. Hiervon sehr verschieden sind die Niederschläge, welche durch Schwefelsäure oder schwefelsaure Salze in den Lösungen jener Salze her- vorgerufen werden. Versetzt man letztere Lösungen mit sehr wenig Schwefelsäure, so entsteht beim Kochen ein ganz geringer Niederschlag, der nicht braun wird und sehr massige, flockige Niederschläge, welche in ihrer äusseren Erscheinung auf das Auffallendste von den in den reinen Kupfersalzen durch blosse Hitze erzeugten abwichen, auch nicht braun wurden, also zweifelschne das basisch schwefelsaure Salz dardtellten, bildeten sich, wenn 85 Kupfersalze den siedend heissen Lösungen der schwefelsauren Salze von Natron, Manganoxydul und Kupſferoxyd zugemischt wurden. In der Kälte zeigte sich die eingetretene Zersetzung durch deutliche Trübungen an.

Milchsaures Kupferoxyd**) zersetzt sich mit einigen schwefelsauren Salzen, welche stärkere Basen enthalten. Schwefelsaures Kali und Natron, desgleichen schwefel-

*

*) Wird eine Lösung von reinem Eisenvitriol mit einer solchen von ameisensaurem Kupferoxyd ver- setzt, so entsteht in der Hitze sofort, in der Kälte allmälig ein starker Niederschlag von Eisenoxydhydrat, auf schwefelsaures Eisenoxyd reagirt ameisensaures Kupferoxyd nicht; aus schwefelsaurer Thonerde scheidet dasselbe in der Hitze Thonerdehydrat ab, in gewöhnlicher Temperatur ist es ohne Einfluss.

**) Das Salz war aus derselben Milchsäure bereitet, wie das pag. 10 erwähnte Natronsalz; diese Reactionen konnten folglich, da letzteres sich gegen alle Kupferoxydsalze indifferent verhielt, nicht etwa von einem Gehalt an Essigsäure herrühren; nach dem Abdampfen im Wasserbade löste es sich in Wasser wigder vollständig auf, es enthielt 41 kein basisches Salz. Seine Lösung wurde beim Kochen nicht zersetzt..