Aufsatz 
Ueber das Verhalten gewisser Salze mit organischen Säuren zu Kupferoxydsalzen / von W. Casselmann
Entstehung
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Alle diese Niederschläge sind basische Kupferoxydsalze, enthalten aber keine der organischen Säuren wesentlich in ihrer Constitution, sondern nur die andere bei ihrer Bildung zur Mitwirkung kommende Säure. Im Nachstehenden sollen dieslben, so wie die merkwürdigen Reactionen, welche zu ihrer Entstehung Veranlassung geben, näher

besprochen werden.

I. Schwefelsaures Salz. 2(4 CuO. SO.)+ 7 ad.

A. Durch Anwendung von schwefelsaurem Kupferoxyd dargestellt. 1. Durch essigsaure Salze erhalten.

Dasselbe wurde erzeugt durch Zusammenbringen siedend heisser Lösungen von schwefelsaurem Kupferoxyd*) einerseits und den essigsauren Salzen von Kali, Natron, Ammoniak, Bittererde, MÄnganoxydul, Kobaltoxydul, Nickeloxydul, Zinkoxyd, Cadmium- oxyd und Kupferoxyd andererseits, ebenso in gleicher Weise aus essigsaurem Kupferoxyd und dem schwefelsauren Salz von Kali, Natron, Ammoniumoxyd, Kalkerde, Strontianerde, Bittererde, Manganoxydul, Kobaltoxydul, Nickeloxydul, Zinkoxyd, Cadmiumoxyd und Silberoxyd. Wie bereits bemerkt, entsteht die Verbindung am raschesten und in reich- lichster Menge, wenn die Lösungen siedend heiss sind, allein auch schon in gewöhnlicher Temperatur beginnt bald nach dem Vermischen der betreffenden Lösungen in den meisten der oben erwähnten Fällen eine Trübung einzutreten, die sich allmälich vermehrt und in 24 Stunden zu einem stärkeren Niederschlage wird; nur aus den essigsauren Salzen von Nickeloxydul, Kobaltoxydul und Zinkoxyd konnte in der Kälte durch schwefelsaures Kupferoxyd kein Niederschlag erhalten werden**).

Der Niederschlag ist in Wasser völlig unlöslich, denn beim Auswaschen desselben erreicht man einen Punkt, bei welchem im Waschwasser weder mit Chlorbaryum die ge- ringste Menge von Schwefelsäure, noch mit Schwefelwasserstoff eine solche von Kupfer- oxyd angezeigt wird; auch verträgt er längeres Verweilen in Wasser, sei es in gewöhn- licher Temperatur, sei es in der Siedhitze, ohne irgend zersetzt zu werden. Dagegen haftet stets, wie die weiter unten zu beschreibende Analyse darthun wird, eine geringe Spur des zu seiner Darstellung verwendeten essigsauren Salzes so hartnäckig an dem- selben, dass sie sich durch kein Auswaschen entfernen lässt. In verdünnten Säuren, auch in Essigsäure ist er dagegen leicht löslich und in einer Lösung von schwefelsaurem Kupferoxyd löst er sich spurenweis auf. In einer Lösung von essigsaurem Natron ist

*) Es versteht sich wohl von selbst, dass aller, zu den im Nachstehenden beschriebenen Versuchen benutzte Kupfervitriol so oft aus einer mit etwas Salpetersäure gekochten Lösung umkrystullisirt war, bis er sich völlig eisenfrei zeigte. 1

**) Aus einer Lösung von essigsaurer Thonerde scheidet sich, wenn sie zu einer siedendheissen Lösung von Kupfervitriol gebracht wird, Thonerdehydrat ab; bei gewöhnlicher Temperatur findet keine Reaction statt; essigsaures Eisenoxyd verhält sich natürlich ähnlich. b