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17. Oktober und am 22. März wurde das Gedächtnis der beiden Heldenkaiser in den einzelnen Klassen durch Ansprachen begangen.
Die Festrede bei der Feier des Allerhöchsten Geburtstages Seiner Majestät Kaiser Wilhelms II. hielt Herr Kerstgens. Zur Abhaltung der Schulfeier hatte die Kasinogesellschaft„Eintracht“ wie stets ihren Saal freundlichst überlassen.
Am 23. September 1891 wurde des 100 jährigen Geburtstages Theodor Körners in den einzelnen Klassen durch Ansprachen gedacht.
Nachdem vom 8. bis zum 12. Februar 1892 die schriftliche Reifeprüfung der Ober- sekundaner stattgefunden hatte, hielt der mit der Stellvertretung des Königlichen Kommissars betraute Rektor in Anwesenheit des Vorsitzenden des Kuratoriums, Herrn Bürgermeisters Reusch, sowie des Lehrerkollegs die mündliche Prüfung am 25. März ab.
Beiden Schülern(s. IV C.) wurde die Reife für Prima zuerkannt.
Diese Prüfung bezeichnet für die Schule einen nicht unwichtigen Abschnitt in der Entwicklung.
Die Anstalt, welche seit 8 Jahren stets eine Obersekunda hatte, tritt nunmehr zunächst in die Reihe der sechsklassigen Schulen ein, da die Gemeinde die Erweiterung zu einer Vollanstalt, wenngleich sie ins Auge gefasst war, nicht sofort ins Werk setzen konnte.
Der Gesundheitszustand an der Anstalt war im Winterhalbjahr wenig günstig. Die Wiederkehr der Influenza machte sich durch stete Lücken in den Reihen der Schüler unangenehm bemerklich.
Von den Lehrern war Kollege Kerstgens durch Erkrankung genötigt die Thätig- keit vom 29. Jan. bis zum 13. Februar auszusetzen. Kollege Massfeller war vom 25. Jan. bis zum 30. d. M. krank. Kollege Hiecke musste vom 17. Februar bis zum Ende des Schuljahres jedem Unterricht entsagen. In die Vertretung teilten sich die Kollegen mit dem Unterzeichneten. Den Mathematikunterricht in den beiden Sekunda, sowie die Abiturientenprüfung in der Mathematik und Chemie übernahm Herr Caspari.
Nicht unerwähnt bleibe die Gefahr, in welcher 31 Schüler unserer Anstalt schwebten. Am 9. März 1892 brach in dem Privatinstitute Berg, in welchem diese wohnten, ein bedeutender Brand aus, der die Knaben im Schlafe überraschte. Rechtzeitige Entdeckung rettete die Bedrohten, welche für die Nacht Unterkunft bei hiesigen Familien fanden. Die liebenswürdige Fürsorge, mit welcher sich diese der Obdachlosen annahmen, verpflichtet auch die Schule zu wärmstem Danke, dem hiemit öffentlich
Ausdruck gegeben sei.


