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in dem anderen nur Geometrie zu treiben. Der mathematische Unterricht soll zur Konzen- tration verschiedener Unterrichtsgegenstände benutzt werden, wie darf er da seine eigenen Teile getrennt behandeln? Die Schule hat nicht nur Kenntnisse zu erwerben, sondern auch, wie jedes gut verwaltete Haus, die erworbenen Schätze sich zu erhalten und zu sichern. Die Schwierigkeit dieser Kunst zeigt sich besonders in der Sekunda, weil hier in 5 Unter- richtsstunden 4 Disciplinen zu behandeln sind. Von den 5 Lehrstunden können 4 auf die Algebra, Trigonometrie und Stereometrie und die 5. auf die Planimetrie verwandt werden. In den ersten Monaten des Schuljahres wird man die so wichtige und nirgends entbehrliche Logarithmenrechnung und die quadratischen Gleichungen behandeln. In den folgenden Monaten fallen 2 wöchentliche Stunden auf die Trigonometrie, die beiden übrigen auf die Behandlung der eingekleideten quadratischen Gleichungen, der Reihen, der Zinseszins- und Rentenrechnung. Mit der Herleitung der nötigen trigonometrischen Sätze und Formeln ist auch zu gleicher Zeit die Behandlung der quadratischen Gleichungen mit einer Unbekannten und der Reihen beendet. Es kann nun der Trigonometrie und der Algebra je eine 1 Stunde für die Stereometrie genommen werden, so dass man zuletzt je eine Stunde auf Algebra, Planimetrie und Trigonometrie und 2 Stunden auf die Stereometrie verwendet.
Man hat häufig, namentlich in der letzten Zeit, die Notwendigkeit der häuslichen mathematischen Arbeiten angezweifelt und dieselben an vielen Anstalten abgeschafft. Wir können diesen Schritt nicht billigen, da es uns unklar ist, wie ein Abiturient ohne vorauf- gegangene Ubungen eine planimetrische Aufgabe korrekt ausarbeiten kann. Ein Blick in die Arbeiten der Schüler zeigt, dass sich selbst bei den besten Verstösse und Ungenauig- keiten finden. Wissen wir doch aus eigener Erfahrung, dass es nicht immer leicht ist, eine Entwicklung mustergültig niederzuschreiben, selbst wenn wir sie mündlich ohne jede An- strengung und Mühe in ganz verständlicher Weise zu Ende führen. Was von den plani- metrischen, das gilt überhaupt für alle mathematischen Entwicklungen. Sie eignen sich besonders für die häuslichen Arbeiten, während blosse Ausführungen von Rechnungen sehr gut entbehrt werden können. Die mühsame Arbeit des Korrigierens bringt auch gute und edle Früchte, denn den schönsten Lohn seiner Thätigkeit, das beruhigende und glückliche Gefühl einer gewissenhaften Pflichterfüllung, findet der Lehrer in den Fortschritten seiner Schüler. Wie überall, so behauptet auch in der Mathematik das Sprichwort„Übung macht den Meister“ sein volles Recht. Darum betonen wir zum Schlusse nochmals, dass der Nutzen des mathematischen Unterrichtes weniger aus den Theorien als vielmehr aus recht gründ-
lichen Übungen im Lösen von vielen Aufgaben aus allen Gebieten der Mathematik ge- zogen werden muss.
Verba docent, exempla trahunt. P. Caspari.
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