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Der physikallsche Apparat wurde vermehrt:
a) Durch Geschenke: Eine Stereo-Kamera mit Zubehör von Herrn Leonhardt.
b) Durch Mittel der Schulkasse.
Das Naturalienkabinett erhielt folgende Geschenke: vom Königl. Prov.-Schul- kollegium eine Sammlung von Kolonialprodukten; von Herrn Pfaffenbach einen Hirschschädel mit abnormer Kieferstellung; von Herrn Schilling ein automatisches Prä- parat; von dem Obersekundaner A. Haller eine Feldohreule.
Für den Zeichenunterricht wurden von Herrn Kohl, Direktor der Gasmotoren-
fabrik in Oberursel, Maschinenteile geschenkt.
Dl. Stiftungen. 1. Die Stiftung zum Besten würdiger und bedürftiger Schüler ist bis zum Schlusse
des Jahres 1910 auf 1424 M angewachsen. Die Jahreszinsen des Fonds werden, da ihr Betrag noch nicht hoch genug ist, einstweilen dem Kapital hinzugefügt. Wir hoffen, dass durch gütige Spenden, die wir von Freunden unserer Anstalt erbitten, der Zeitpunkt nah gerückt wird, wo ein Schüler durch Auszahlung der Zinsen unterstützt werden kann.
2. Helnrich-Hammelmann-Stiftung. Bei der Schlussfeier am 19. März 1910 wurden aus den Zinsen des Stiftungskapitals den Oberprimanern Menk und C. Schick Prämien ver- liehen.— Das Kapital, bei der hiesigen Amtssparkasse auf Buch No. 12059 angelegt, belief sich am 1. Januar d. J. auf 1128 M.— Der Errichter der Stiftung, Herr Heinrich Ham- melmann, ist am 3. März d. J. entschlafen. Die Schule bewahrt ihm, ihrem Wohltäter, ein ehrendes Andenken.
Für alle Geschenke, die im Laufe des letzten Schuljahrs unserer Anstalt gemacht worden sind, sage ich den gütigen Gebern den verbindlichsten Dank.
DIl. Witteilungen für die Schüler und deren Eltern.
1. Eltern, die über die Leistungen oder das Verhalten ihrer Söhne mit einem Lehrer Rücksprache nehmen wollen, werden gebeten, sich hierzu in den durch Anschlag bekannt gemachten Sprechstunden einzufinden. Ausserdem wird den Eltern sehr empfohlen, sich oft die Hefte ihrer Kinder zu Hause vorlegen zu lassen, um zu prüfen, ob die Arbeiten sauber und gut geschrieben sind, und ob die Leistungen den Anforderungen genügen oder nicht. Wenn die Leistungen mangelhaft sind, muss rechtzeitig für Beseiti- gung der Lücken im Wissen gesorgt werden. Im letzten Vierteljahr ist es dazn meistens zu spät. Die Mitglieder des Lehrerkollegiums lehnen es ab, dann erst Nachhilfestunden zu ſibernehmen.
Ferner werden die Eltern gebeten die Lektüre ihrer Kinder zu überwachen. Eine jetzt leicht zugängliche Schmutz- und Schundlitteratur stiftet, wenn es an Beaufsicht- gung fehlt, grossen Schaden bei der heranwachsenden Jugend. Durch Verbrecherromane wird die jugendliche Phantasie in ungesunder Weise so aufgeregt, dass die für geistige Arbeit nötige Ruhe völlig gestört wird. Den einzelnen Altersstufen angemessene bildende und anregende Lektüre wird den Schülern durch die verschiedenen Abteilungen der Schülerbibliothek geboten.


