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zu machen, wurde in diesem Jahre erfüllt, indem am 12. und 13. Juni unter der Führung des Lehrers Leimbach ein Theil der Schüler der oberen Klassen eine Reise nach Hom- burg, über den Feldberg nach Weilburg(mit Benutzung der Eisenbahn) unternahm. Die übrigen Schüler machten einen Spaziergang nach den Wichtelhäusern und nach Wetter, auf welchem sie von ihren Lehrern begleitet wurden. Am 25. Febr. a. c. wurde der Nach- mittagsunterricht ausgesetzt, damit sich die Schüler auf der schönen Eisbahn ein Vergnügen machen könnten. 3
Wegen einer nothwendigen Reise eines Collegen wurden im Sommer die 3wöchent- lichen Ferien auf 4 Wochen ausgedehnt, wogegen die Herbstferien um eine Woche ver- kürzt wurden. Der Wiederbeginn der Schule traf stets mit dem des hiesigen Gymnasiums zusammen. Zu Weihnachten waren vorschriftsmässig 14 Tage Ferien. Auch in diesem Jahre hatte es der Unterzeichnete übernommen, die Anfertigung der Ferienarbeiten in der Weise zu controliren, dass er sich an vorher bestimmten Tagen in den Ferien von den Schülern die Arbeiten vorzeigen liess. Hierin wurde er von dem Collegen Leimbach unter- stützt. Hieran auschliessend erwähne ich gern, dass die Collegen Schäfer, Ernst und
Leimbach die Secunda in besonderen Stunden in ihren Unterrichtsfächern zu fördern suchten.
Noch habe ich die schmerzliche Pflicht zu erfüllen, den Tod von 3 im*ver- flossenen Schuljahre gestorbenen braven Schülern zu berichten, eine Anzahl, die noch nie vorgekommen ist und welche auch für die Zukunft stets als eine Ausnahme dastehen möge. Am 22. October v. J. starb Adolph Kellermann, Schüler der Quinta, am 22. December Heinrich Boss, Schüler der Sexta, und am 18. Februar Karl Spörhase, Schüler der Quarta. Die Anstalt verlor in ihnen fleissige und wohlgesittete Schüler, bei denen die Lehrer hoffen durften, die ihnen gern gewidmete Mühe belohnt zu sehen. Der Schüler H. Boss konnte nicht, wie die beiden andern und wie es bisher Sitte war, von den Lehrern und Schülern der Anstalt zur letzten Ruhestätte geleitet werden, weil er am Schar- lachfieber gestorben war.
Sowie es als ungewöhnlicher Fall dasteht, dass 3 Schüler unserer Schule in einem Jahre starben, so waren auch noch nie die Versäumnisse der Schüler durch Krankheit so häufig und dauernd wie in dem verflossenen Winter. Unter diesen durch Krankheit dauernd am Schulbesuch verhinderten Schülern befinden sich auch 2 Obersecundaner, denen es deshalb nicht möglich war an der diesjährigen Abiturienten-Prüfung theilzunehmen. Durch die in unserer Stadt so lange herrschende Scharlachepidemie waren nicht nur mehrere Schüler durch eigene Erkrankung auf 6—8 Wochen gehindert die Schule zu besuchen, sondern die Versäumnis trat auch dann ein, wenn die Geschwister von der genannten ansteckenden Krankheit befallen waren. Man suchte durch diese Massregel der Verbreitung der Epi- demie entgegen zu wirken. Selbst die Lehrer blieben nicht ganz verschont von derselben, indem Herr Hinkel, welcher den Turnunterricht an der Anstalt ertheilt, gleichfalls am Scharlachfieber schwer erkrankte. Daher ein Ausfall dieses Unterrichts auf mehrere Wochen nicht zu vermeiden war.
Bei Erkrankungs- oder Verhinderungsfällen der anderen Lehrer trat der Unter- zeichnete, soweit es ihm seine freie Zeit erlaubte, ein. Durch weiteres Vicarieren der Collegen wurde ein Ausfall der Unterrichtsstunden vermieden.
Von hoher vorgesetzter Behörde wurden folgende Verfügungen erlassen, welche zur Veröffentlichung geeignet sind:
1) Verfügung Kgl. Prov.-Schulkoll. vom 4. Mai 1874,— S. 2033— nach welcher der Unterricht am 13. Mai ausfallen darf, wenn Lehrer der Anstalt die an diesem Tage zu vrankfurt stattfindende Versammlung der Lehrer der höheren Unterrichtsanstalten der
Provinz Hessen-Nassau besuchen. *


