Aufsatz 
Der Jonicus a maiore
Entstehung
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gymnasien(Realschule I. Ordnung) ausgestellten Reifezeugnisse, die Bestimmungen über die Zu- lassung der sog. Extraneer zur Reifeprüfung, sowie über den UÜbergang von Obersekundanern und Primanern von einer Anstalt auf eine andere.

16. Königliches Provinzial-Schulkollegium macht durch Verfügung vom 12. März 1889 auf den Bericht des VIII. deutschen Kongresses für Erziehliche Knaben-Handarbeit zu München am 22. u. 23. September 1888 aufmerksam, übersendet Blatt I u. II der»Mitteilungen« für die Bibliothek und gibt zur Erwägung anheim, ob und wieweit die Knabenhandarbeit bei den Schülern der Anstalt Seitens der Schule anzuregen und zu fördern sei.

IlI. Chronik der Schule.

Die im vorigen Jahresbericht angekündigte Gedächtnisfeier für Kaiser Wilhelm I. fand am 22. März 1888 statt. Der Direktor versuchte es, in gedrängter Kürze ein Bild von dem gewaltigen Leben und Wirken des ersten deutschen Kaisers, dessen Geburtstag wir so oft am 22. März in fröhlicher und erhebender Weise gefeiert hatten, zu geben; pietätvoll hatten die Primaner die Aula mit den Zeichen der Trauer geschmückt; nach der Feier wurde der schöne Saal von Herrn Oberlehrer Dr. Richters mit dem Schulapparat photographisch aufgenommen; ein hochherziger Gönner der Schule gewährte die Mittel, diese Aufnahme in photolithographischer Xachbildung zu vervielfältigen, um als Gedenkblatt an jene, für alle Teilnehmer unvergeßliche Feier dem diesjährigen Programm beigelegt zu werden. Das wohlgelungene Bild wird gewilz auch allen früheren Wöhlerschülern ein willkommenes Andenken an ihre Aula sein.

Nach wenigen Monaten schon wurden wir mit ganz Deutschland aufs neue in tiefe Trauer versetzt. Am 15. Juni 1888 schied Kaiser Friedrich aus diesem Leben, Er, auf den unser Volk so großze Hoffnungen gesetzt hatte. Und so versammelte sich am 30. Juni schon wieder unsere Schulgemeinde in der von den Schülern in ernsten Trauerschmuck gehüllten Aula, wo es des Direktors schmerzliche Aufgabe war, ein Lebensbild des edlen Dulders zu geben. Fürwahr es war eine harte Prüfungszeit für das deutsche Volk, innerhalb weniger Monate seine beiden ersten Kaiser verlieren zu müssen: das empfand auch unsere Schule; und nur der Trost vermochte uns aufzu- richten, daß; durch Gottes Vorsehung die Geschicke des Vaterlandes in die Hand eines zwar jugend- lichen aber thatkräftigen Herrschers gelegt worden sind, der durch seine Umsicht und Thätigkeit, schon während der kurzen Zeit seiner Regierung die Welt in Staunen gesetzt hat. Möge Gott der Herr unserem Kaiser Wilhelm II. eine lange und gesegnete Regierung zum Gedeihen des Vaterlandes, zum Heile der heranwachsenden Jugend gewähren! Wir alle werden aber an das Dreikaiserjahr 1888 nicht zurückdenken, ohne uns zugleich die goldenen Worte desselben:»Ich habe keine Zeit müde zu sein«,»Lerne zu leiden, ohne zu klagen« und die kaiserliche Erinnerung an des großzen Friedrich:»Der Fürst soll der erste Diener des Staates sein« zu vergegenwärtigen.

Das laufende Schuljahr begann am 9. April 1888 und schließt am 13. April 1889. Die Ferien dauerten zu Pfingsten vom 19. 23. Mai, im Sommer vom 1. 28. Juli, im Herbst vom 23. September bis 6. Oktober, zu Weihnachten vom 23. Dezember 1888 bis zum 6. Januar 1889. Der Unterricht fiel ferner aus am 29. Mai, an welchem Tage die einzelnen Klassen unter Führung ihrer Lehrer den üblichen Sommerausftug in die Umgegend machten; an dem Nachmittage des 25. Juni 1888 wegen der großeen Hitze, und am 15. und 17. Januar 1889 nachmittags zu Gunsten des Schlittschuhlaufens.