62
im ganzen 51 Schüler. Diese erhielten am Schlusse des Sommers einen Nachmittag frei zu einem Ausfiug mit den Herren, welche so freundlich ihre Spiele geleitet hatten.— Mit diesen Turnspielen verknüpft sich uns das Andenken an den trefflichen Mann, welcher dieselben hier ins Leben gerufen hat. Nach langer Krankheit verschied am 20. Januar 1887 der städtische Turninspektor Herr Danneberg. Ihm verdanken zu einem großen Teile die Prankfurter Schulen die Organisation und die Blüte ihres Turnwesens, ihm verdankt unsere Jugend es, daßs ihr nun allwöchentlich zur Sommerszeit die Möglichkeit gegeben ist, in frohem Spiel, in gesunder Leibesübung Körper und Geist zu stählen. Die Wöhlerschule schuldet ihm insbesondere die Ausbildung manch' tüchtigen Turn- lehrers, die Einrichtung und die Erhaltung ihrer Turnhalle, eine verständige Einwirkung auf ihren Lehrplan im Turnen; unsere Schüler werden sich des gewiß gern erinnern, wie der Ver- storbene noch während der letzten öffentlichen Prüfung am 12. April 1886 von 3—5 Uhr dem Turnen erst der M I, dann der M V, der OIIII und der I 2 aufmerksam in unserer Halle zu- schaute und manches Wort des Rates und der Ermutigung dabei spendete.
Am 25. September 1886, dem Schlusse des Sommersemesters, fand bei sehr zahlreicher Anwesenheit der Gönner und Freunde der Schule die öffentliche Entlassung der Herbstabiturienten statt. Es deklamierten dabei Hermann Trauner(3), Paul Wiegler(2), Franz Baer(1), Karl Becker(VI), Richard Kupfer(V), Rudoff von Mumm(IV), Arthur Heß(III 2), Julius Staege- mann(III 1), Ludwig Gans und Manfred Uhlfelder(II 2), Albert Menalda(II 1); der Unter- primaner Gustav Schmidt sprach über William III. in englischer, der Abiturient Ludwig Diehl über die Purn- und Bewegungsspiele in deutscher Sprache; der Sängerchor der Schule trug eine An- zahl schöner Gesangstücke vor. Mit der Entlassung der Osterabiturienten wird am 2. April 1887 eine ähnliche Feier verbunden sein.
Unter Führung des Fachlehrers besichtigten die Primaner die chemische Fabrik in Gries- heim, besonders die daselbst betriebene Schwefelsäure- und Sodafabrikation, die Zuckerfabrik in Hattersheim, die Dampfmühle des Herrn Hattemer-Horn und die élfabrik Engelsmühle daselbst, sowie die Cellulose-Fabrik in Okriftel. Sämtlichen Etablissements ist die Schule wegen des bereit- willigen Entgegenkommens zu innigem Dank verpflichtet.
Das Schülerkomité, welches die im vorigem Jahresberichte S. 26 erwähnte musikalisch- theatralische Aufführung vom 13. Februar 1886 geleitet, hatte innerhalb des ihm bewilligten Etats so gut gewirtschaftet, daß nach Bestreitung aller Unkosten M. 143.70 übrig blieben. Diesen Betrag sowie alle bei der Aufführung verwandten Musikalien schenkte dasselbe der Schule behufs Förderung von Instrumentalmusik unter den Schülern. Es bildete sich infolge davon in der Schule ein Orchesterverein, welcher unter der hingebenden Leitung des Gesanglehrers der Schule, des Herrn Morin, mit der Zeit eine Reihe von Musikstücken einübte und am 12. März 1887 in unserer an dem Abend zum ersten Male festlich erleuchteten Aula vor zahlreichen und den jugendlichen Leistungen recht sympathisch zustimmenden Zuhörern aus dem Kreise der An- gehörigen und Freunde der Schule eine musikalische Aufflhrung veranstaltete. Wir glauben nicht, fehl zu gehen, wenn wir diese die Freistunden einer großzen Zahl von Schülern in edelster Weise ausfüllenden Bestrebungen unterstützen, gerade in einer Schule, welche in den oberen Klassen sehr sturk und zwar auch vielfach von auswärts besucht ist, und deren Schüler zu einem großen Teile später in die Fremde zu gehen haben. Die Pflege der Musik ist für die Jugend ein Schutz gegen das Gemeine; sie veredelt den Jüngling; sie gewährt ihm eine nicht zu unterschätzende Introduktion in gute Gesellschaft.


